Gesundheitsreform: GKV fürchtet Mitgliederschwund

Mit der neuen Gesundheitsreform will Philipp Rösler die gesetzliche Krankenversicherung stützen und fit für die Zukunft machen. An dem Konzept des Bundesgesundheitsministeriums regt sich seitens der GKV aber offene Kritik. Die Barmer GEK fürchtet neue Probleme. Birgit Fischer, Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größter Krankenkasse, kritisiert etwa die Neuregelungen zum Wechsel in die PKV.

Galt in den vergangenen Jahren eine Wartefrist von drei Jahren, in denen Versicherte ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze nachweisen mussten, soll diese Dauer auf 1 Jahr verkürzt werden.

Wechselwelle zu den privaten Versicherern befürchtet

Gutverdienende Arbeitnehmer könnten damit wieder leichter in die PKV wechseln. In den Augen von Birgit Fischer ein Punkt, der in Zukunft neue Probleme schaffen wird, anstatt offene Fragen zu lösen. Fischer rechnet mit Mindereinnahmen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. Allein für 2011 rechnet die Chefin der Barmer GEK mit 85.000 Wechselwilligen.

Neben den erleichterten Zugangsbedingungen bereiten aber auch die Regelungen zu den Zusatzbeiträgen Sorgen. Der geplante Sozialausgleich für Geringverdiener hat nach Meinung von Birgit Fischer das Potenzial, bei den Kassen bis 2014 ein Loch von 10 Milliarden Euro zu hinterlassen. Und erhöht den Druck auf die Versicherungen auch aufgrund der Tatsache, dass vor allem Besserverdienende belastet werden. Ein Grund mehr, warum viele mit dem Wechsel in die PKV liebäugeln werden.

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