Girokonto: Abzocke im Gebührendschungel
Kostenloses Girokonto mit sattem Wechselbonus – nicht wenige Banken machen Neukunden ihre Produkte auf diese Weise schmackhaft. Als Kostentreiber entpuppen sich Bankprodukte aber erst auf den zweiten Blick. Dispozinsen, Gebühren für Verfügungen an fremden Geldautomaten oder die Ablehnung von Abbuchungen – die Tricks der Banken im Gebührendschungel sind vielfältig. Eine Tatsache, die Verbraucherschützer immer wieder monieren.
Zuletzt sorgten etwa die hohen Dispozinsen im zweistelligen Bereich und die Gebühren für die Nutzung von Geldautomaten für Ärger. Letztere können sich pro Abhebung schnell zu einem zweistelligen Eurobetrag summieren. Wenigstens hier können Verbraucher in Zukunft auf Entspannung hoffen.
Flächendeckender Einfallsreichtum in der EU
Fank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen weist auf die vielen Gebühren hin, die für den Bankkunden im ersten Moment nicht offensichtlich sind. Allerdings ist Deutschland kein Einzelfall. In der gesamten EU gehen Banken ähnlich mit dem Verbraucher um. Eine Tatsache, die auch die EU-Kommission hat machen müssen.
Der Versuch, Licht ins Dunkel der Bankgebühren zu bringen, scheitert immer wieder an der zurückhaltenden Informationspolitik der Kreditinstitute. Dabei steht seit geraumer Zeit das Vorhaben im Raum, auch im Bankensektor europäische Standards durchzusetzen. Experten zweifeln allerdings an dessen Erfolg. Solange Banken ihre Gebühren verschleiern, wird das Single European Payments Area wohl eher Wunsch denn Wirklichkeit werden. Einzige Möglichkeit: Banken werden seitens der Gesetzgeber gezwungen, mit offenen Karten zu spielen.

