Angst um die Kundschaft
GKV – Krankenkassen sparen an der falschen Stelle
Nach Meinung des Präsidenten des Bundesversicherungsamtes (BVA), Maximilian Gaßner, sparen die Krankenkassen vor Angst um den Zusatzbeitrag und den damit verbundenen Mitgliederschwund an der falschen Stelle. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten nicht Sparmaßnahmen ausgelotet sondern vernünftige Ausgaben getätigt werden, mit denen sich die Krankenkassen abheben können.
Vernünftige Ausgaben statt Sparprogramm
Nach Meinung des BVA-Präsidenten wären hier Ausgaben für Krankheitsvorsorge oder Selektivverträge mit Ärzten und anderen Leistungserbringern, bei denen Behandlungen und Therapieformen vereinbart werden können, die über die standardmäßigen Leistungen der Krankenkasse hinausgehen, sinnvoller als die gegenseitigen Sparmaßnehmen.
Zwar unterscheiden die Versicherten aktuell bei der Wahl der Krankenversicherung nach dem Zusatzbeitrag, jedoch sei dieser nach Ansicht Gaßners kein realistisches Wettbewerbsinstrument. Daher müssen sich die Krankenkassen über Leistungen abheben, die sie über die normalen GKV-Leistungen hinaus bringen.
Auf die Zusatzleistungen kommt es an
Hierbei kommt es vor allem auf die Zusatzleistungen an. Mitglieder, die beispielsweise 300 Euro monatlich in die Krankenkasse einzahlen, haben durch einen Zusatzbeitrag von 8 Euro nur eine geringe Mehrbelastung. Ändert sich aber dadurch auch nichts an den Leistungen der Krankenkasse, wird dies von den Mitgliedern falsch aufgefasst, was die Abwanderung zur Konkurrenz zur Folge hat.
Senkung der Beiträge stellt keine Lösung dar
Der BVA-Präsident stellte klar, dass trotz des Anstiegs des Gesundheitsfonds auf 6,9 Milliarden Euro und der guten Konjunktur eine Senkung der Beiträge zur GKV gegenwärtig nicht möglich ist. Dieser Überschuss würde für die Härtefallregelung zu den Zusatzbeiträgen sowie für Rücklagen benötigt. Darüber hinaus sei noch ein Defizit von fast 2,5 Milliarden Euro aus der Finanzkrise 2009 zu schultern, es gebe also „nichts zu verteilen“.
Die Senkung der Beiträge zur Krankenversicherung würde hier also vermutlich nach Hinten losgehen und das Problem nicht lösen sondern nur verschieben.
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