Keine pauschale Abschaffung der Wahltarife

Derzeit wird heftig über die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung gestritten. Während in der Politik immer neue Konzepte erörtert und verworfen werden, bleiben verunsicherte Bürger zurück. Zuletzt dürfte die Nachricht für Unruhe gesorgt haben, dass man die Wahltarife der GKV abschaffen will. Hier sind dringend genauere Informationen erforderlich, um den Versicherten zu beruhigen.

Leistungen in private Hand legen

Fakt ist, dass im Gesundheitsministerium Pläne auf dem Tisch liegen, wonach verschiedene Leistungen aus dem Standardkatalog herausgestrichen werden. Dies gilt etwa für Chefarzt-Behandlung bzw. das Einbett- oder Zweibettzimmer. Diese könnten künftig komplett in die Hände der privaten Krankenversicherer gelegt werden. Gleiches gilt für die Auslandskrankenversicherung, die auch von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden.

Diese Maßnahmen dienen nach Aussage des Gesundheitsministeriums dem Ziel, „Schnittstellen“ zwischen GKV und PKV stärker zu definieren. Allerdings wehrt sich das Ministerium gegen den Vorwurf, die Wahltarife pauschal abschaffen zu wollen. Ein Ministeriumssprecher dementierte entsprechende Berichte. Wie genau die Veränderungen in der gesetzlichen Krankenversicherung aussehen werden, entscheidet sich Ende September, wenn der Bundestag über den Gesetzesentwurf berät.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

  • Krankenversicherung: Schlechte Informationspolitik
  • Wechsel in die PKV und seine Schattenseiten
  • PKV – Privilegien müssen teuer erkauft werden
  • Versicherte haben es beim Wechsel in die PKV weiterhin schwer
  • Wechsel zur PKV nicht für jeden Versicherten der richtige Schritt
  • Versicherte der PKV flüchten in die gesetzliche Krankenkasse
  • PKV und GKV in gemeinsamer Sache
  • PKV lehnt Übernahme von Leistungen ab
  • Höhere Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung
  • PKV und GKV gemeinsam gegen höhere Zahnarzthonorare