Keine zusätzlichen Staatshilfen für die Commerzbank

Die Aktionäre der Commerzbank werden von den Statements des Vorstandschefs sicher durchaus angetan sein. Lassen sie doch erkennen, dass es zwar nicht unbedingt rosig um die deutsche Nummer zwei steht.

Im gleichen Maße machen die Stellungnahmen von Martin Blessing aber auch deutlich, dass das zweite Jahresquartal nicht einen erneuten Bedarf an Staatshilfen nach sich gezogen hat. Die se Befürchtung hatten in den vergangenen einige Analysten geäußert, die nun vom Chef eines Besseren belehrt wurden.

Blessing gab zu Protokoll, dass der Juni für die Commerzbank ein schwerer Monat gewesen sei. Eine klare Linie der Entwicklungen sei nicht erkennbar gewesen. Dennoch werde es zunächst bei der bisherigen Beteiligung des Staates bleiben.

Der Bund ist im Besitz von Commerzbank-Anteilen im Umfang von immerhin 25 Prozent sowie einer weiterer Aktie. 100%ige Sicherheit liege aber keineswegs vor, dass die Bank nicht möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt weitere Hilfe in Anspruch nehmen muss, wollte der Vorstandsvorsitzende jedoch nicht geben.

Im Bereich des Möglichen liege es grundsätzlich auch weiterhin, dass man die Hilfe des SoFFin, des Rettungsfonds für die deutsche Bankenbranche, angewiesen sein könnte, falls die Krise erneut in früherer Stärke zurückkehren oder deutlich länger als erwartet dauern werde. Wirkliche Zugeständnisse verweigern die Spitzenvertreter der deutschen Bankenlandschaft also auch weiterhin.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

  • WestLB will in NRW erste Bad Bank ins Leben rufen
  • Deutsche Unternehmen wollen mehr Kredite vom Staat
  • WestLB benötigt staatliche Hilfen
  • 277.000 EUR versenkt – Caritas klagt gegen Commerzbank
  • Banken fordern weitere staatliche Hilfen für Verbriefungsgeschäft
  • Commerzbank muss Risikovorsorge erhöhen
  • Kanzlerin im Clinch mit Banken
  • Europäische Banken wollen sich verstärkt von staatlicher Mitsprache lösen
  • US Banken zahlten 2008 Boni in Milliardenhöhe
  • Commerzbank-Chef will Kredit Markt in Europa reglementieren