Linke will mit Reichensteuer bei Wählern punkten

Aus Sicht so manches Vertreters der anderen renommierten Parteien in Deutschland hat der Vorsitzende der Linken, Oscar Lafontaine, vor allem eines inzwischen geschafft. Die Bodenhaftung zu verlieren.

Korrekt ist aber auch, dass die Linken in Zeiten der Wirtschaftskrise durchaus den Zahn der Zeit treffen mit ihren Forderungen. Dabei macht die Forderung nach einem Mindestlohn in Höhe von 10 Euro sogar nur einen kleinen Teil aus.

Auf noch mehr Zustimmung beim normalen Verbraucher, der sich von Managern und Banken über den Tisch gezogen fühlt, könnte vor allem die geforderte Reichensteuer ein gutes Argument zur Stimmabgabe pro Linkspartei sein bei den kommenden Bundestagswahlen.

Daran ändern auch die Vorwürfe der SPD nichts, die Lafontaines Ansätze für unglaubwürdig und sozialpopulistisch halten, wie es SPD-Chef Müntefering derzeit gerne formuliert. Auch das Versprechen, nach den Wahlen die Hartz IV Sätze anheben und den Finanzmarkt samt Banken stärker kontrollieren zu wollen, wird bei unentschlossenen Wählern möglicherweise durchaus gut ankommen und den Linken die eine oder andere Stimme zusätzlich verschaffen.

Die Steuer für reiche Bürger soll als Spitzensteuersatz in Höhe von 53 Prozent eingeführt werden. Als Einstieg sehen die Pläne von Herrn Lafontaine ein Bruttoeinkommen von 84 000 Euro vor. Zudem sollen diejenigen steuerlich zur Kasse gebeten werden, die über ein Privatvermögen von mindestens einer Million Euro verfügen.

Fünf Prozent dieses Vermögens sollen dem Staat zufließen. Die Einführung der so genannten Börsenumsatzsteuer hatte Linksaußen ja bereits vor Wochen erstmalig ins Spiel gebracht.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

  • Hartz-IV-Empfänger haben Anspruch auf Datenschutz
  • Armut in Deutschland – Schere reißt weiter auf
  • Bleiben Hartz-IV Bezieher auf PKV Schulden sitzen?
  • PKV: Hartz IV Empfänger müssen Selbstbehalt alleine tragen
  • Hartz IV und Sozialhilfe schützen vor GKV Zusatzbeitrag nicht
  • Krankenhaustagegeld darf auf Hartz IV angerechnet werden
  • Jobcenter müssen PKV Beiträge für Hartz-IV-Empfänger übernehmen
  • PKV Versicherten droht Zwangswechsel bei Hartz IV
  • Arbeitsministerin hofft auf Plus in der Lohntüte
  • Regierung prüft Mindestrente