Madoff Geschädigte klagen US Banken an
Da sage noch jemand, geschädigte Anleger ließen sich nur allzu gerne alles gefallen, wenn sie im Verlaufe der Wirtschaftskrise Verluste erfahren haben. Dass die Anleger durchaus imstande sind sich zu wehren, wird nun im Falle des Skandals in den USA um den einstigen Finanzmogul Bernard Madoff deutlich. Madoff wurde wegen Betruges in zahllosen Fällen im Sommer zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Anleger mit einem gigantischen Schnellballsystem über Jahre hinweg betrogen hatte.
Nun finden sich die Geschädigten zusammen, um die Schuldigen ausfindig zu machen, durch die Madoff überhaupt die Möglichkeiten für seinen groß angelegten Betrugsplan erhalten habe. Ziel der Klagen sind nun Großbanken wie die Bank of New York Mellon, das Wirtschaftsprüfungsinstitut KPMG, aber auch die ohnehin derzeit nicht gerade gut aufgestellte Bank JP Morgan.
Die Anleger, die durch Madoff vereinzelt große Teile ihres Vermögens verloren hatten, werfen den besagten Unternehmen vor, sie hätten im Sinne des Börsenmaklers Madoff Geldwäsche betrieben. Die Vorwürfe wiegen schwer. So soll allein das Bankenhaus JP Morgen quasi als Mittäter bei der Wäsche von Anleger-Geldern in einer Größenordnung von rund sechs Milliarden US-Dollar geholfen haben. Damit diese Vorgänge nicht ans Tageslicht gelangen konnten, habe auch KPMG still gehalten, obwohl man von den Vorgängen im Zuge einer Buchprüfung erfahren habe.
Aus dem Nichts kommen die Vorwürfe, die zur Klage geführt haben, letzten Endes nach bisherigen Medienberichten nicht. So hatte eine Anwaltskanzlei ein Interview mit dem Spekulanten Madoff geführt, in dem derartige Behauptungen erhoben werden. In der momentanen Situation sind solche Meldungen für die Banken sicher nicht erwünscht.

