Private Krankenversicherung
Öko-Test nimmt Einsparpotenzial in der PKV unter die Lupe
Für Privatversicherte wird das Leben zunehmend schwerer. Steigende Prämien als Reaktion auf die medizinische Inflation, eine steigende Lebenserwartung der Versicherten und nicht zuletzt die wirtschaftliche Schieflage sorgen dafür, dass die Probleme zunehmen. Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat für die aktuelle Ausgabe untersucht, welche Möglichkeiten gerade Bestandskunden haben, um an den Kosten für die PKV zu sparen.
Tarif- oder Versicherungswechsel
Die wohl bekannteste Option ist in den Augen vieler Kunden der Wechsel zu einem neuen Versicherer. Allerdings verweist „Öko-Test“ in diesem Zusammenhang auf die Probleme, welche damit in Verbindung stehen. Gerade ein langjähriges Mitglied muss bei diesem Schritt erhebliche Nachteile in Kauf nehmen. Besonders die erneute Gesundheitsprüfung und ein Verlust der Altersrückstellungen machen diese Option zum Minusgeschäft.
Deutlich positiver dagegen die Bilanz der Tester beim Tarifwechsel. Hier hat „Öko-Test“ mithilfe eines Modellversicherten unterschiedliche Szenarien bei einzelnen Versicherungsgesellschaften durchgespielt. Das Ergebnis: Der 55-jährigen Musterkunde konnte bis zu 300 Euro sparen – im Monat. Allerdings ist der Tarifwechsel in der Praxis nicht immer einfach.
Hindernislauf Tarifwechsel
Per Gesetz können Privatversicherte den Tarif wechseln, ohne Einbußen hinnehmen zu müssen. Die gesetzgeberische Grundlage dazu schafft § 204 Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Allerdings – und diese Erfahrung hat nicht nur „Öko-Test“ gemacht – sind die Versicherer bestrebt, Bestandskunden in den Alttarifen zu halten.
Daher ist die Informationspolitik der Unternehmen nicht unbedingt verbraucherfreundlich. Ein weiteres Problem, welches die Zeitschrift deutlich unterstreicht, betrifft die dynamische Tariflandschaft. Gerade für einen Laien kann es schwer sein, sich im Tarifdschungel zurecht und eine leistungsgleiche günstige Variante zu finden. Trotz dieser Hindernisse kann es sich am Ende auszahlen, den Tarifwechsel in Angriff zu nehmen – schon allein aufgrund der Tatsache, dass die Altersrückstellungen in den neuen Tarif mitgenommen werden können und nicht (wie beim Anbieterwechsel) verfallen.

