Peking stützt Portugal
2010 dürfte als das Jahr der Schulden in die neuere Geschichte eingehen. In kaum einem Jahr mussten so viele Mitglieder des Euro-Raums eine Beinahe-Bankrotterklärung abgeben. Griechenland und Irland werden gestützt, Portugal und Spanien stehen ebenfalls auf der Abschussliste. Jetzt können zumindest die Portugiesen mit Hilfe rechnen – aus Peking.
China will Anleihen kaufen
Die chinesische Staatsführung scheint bereit, portugiesische Anleihen zu kaufen. Damit könnte der klamme Staat Medienberichten zufolge rund vier bis fünf Milliarden EUR einnehmen. Und sich etwas Luft verschaffen. Denn es wird seit einiger Zeit spekuliert, wann Portugal die Segel streichen muss.
Experten dürfte die Bereitschaft Pekings zum Kauf der Anleihen nicht überraschen. Bereits mehrfach haben die Chinesen europäischen Schuldenstaaten unter die Arme gegriffen. Mit reiner Freundlichkeit hat das Engagement aber wenig zu tun. China exportiert einen großen Teil seiner Waren nach Europa. Eine Krise in der EU muss daher auch Auswirkungen bis nach Peking haben.
Gleichzeitig wären durch Staatsbankrotte die bereits übernommenen Anleihen aus dem Euro-Raum in Gefahr. Und noch ein Grund könnte China für ein starkes Engagement in Europa haben. Je mehr chinesisches Geld die EU stützt, umso willfähriger die Reaktion der Schuldenstaaten, wenn es um die politischen Interessen Pekings geht.
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