Abstriche machen
PKV lehnt Übernahme von Leistungen ab
Lange war die Rollenverteilung im Gesundheitswesen relativ klar geregelt – die GKV versicherte das Gros der Bevölkerung auf einem Leistungsniveau, das immer wieder zu Unmut führte. Die private Krankenversicherung konnte es sich dagegen leisten, ein breites Leistungsspektrum anzubieten und Kosten zu erstatten, die mancher vielleicht als Lifestyle-Leistung angesehen hat. Allerdings ist der Wind seit einiger Zeit rauer geworden.
Versicherer verweigern Leistungen
Bereits seit einigen Monaten beobachten Branchenkenner einen Trend in der PKV, an den sich auch die Versicherten erst werden gewöhnen müssen. Die Versicherer lehnen die Kostenerstattung für Behandlungen ab, die sie früher anstandslos übernommen haben. Eine Tatsache, die für den PKV-Ombudsmann Klaus Theo Schröder mehr Arbeit bedeutet. Allerdings steht dieser dem Verhalten der privaten Versicherer durchaus positiv gegenüber.
In den Augen von Klaus Theo Schröder sind es nicht so sehr der Sparzwang und der Rotstift, der die Versicherer umtreibt, sondern auch ein Signal, dass die PKV wieder mehr auf die Qualität ihrer Leistungen achten muss. Ein Umstand, der zu einer stärkeren Trennung zwischen medizinisch notwenig und Kosmetik führt. Denn was die Krankenversicherer nicht mehr übernehmen, ist nicht immer zum gesundheitlichen Nachteil der Patienten – etwa wenn es um Behandlungen ohne medizinische Notwendigkeit geht.
Der PKV-Ombudsmann Klaus Theo Schröder sieht darüber hinaus auch die Privatversicherten in der Pflicht. Schließlich gehen in dessen Augen einige der Patienten zu „blauäugig“ an das Thema heran. Es werden von den Versicherten beim Arzt Behandlungen einfach abgesegnet, ohne einen Kostenvoranschlag in der Hand zu halten und die Einwilligung der Krankenversicherung zur Kostenerstattung.

