PKV: Massive Beitragserhöhungen befürchtet

Deutschlands Krankenversicherte müssen bluten. Was bislang aber vornehmlich für die Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen galt, trifft laut übereinstimmenden Presseberichten nun auch privat Krankenversicherte. Mitglieder der PKV werden sich aller Voraussicht nach auf steigende Beiträge einstellen müssen. Eigentlich nichts Neues, schließlich werden in der privaten Krankenversicherung hin und wieder Beitragsanpassungen vorgenommen.

Niedrige Zinsen belasten Versicherer

Diesmal könnten die Beitragssteigerungen aber weit über das gewohnte Maß hinausgehen. Berechnungen zufolge müssen Versicherte mit einem Sprung in der Größenordnung von acht Prozent rechnen. Normalerweise überwinden die Beiträge diese Schwelle erst nach einigen Jahren. Schuld sind die derzeit niedrigen Marktzinsen. Da die privaten Versicherer für ihre Kunden Rückstellungen bilden müssen, diese anlegen und verzinsen lassen, trifft die PKV das aktuelle Zinsniveau besonders hart.

Um die Rückstellungen von 144 Milliarden Euro zu schützen, bleiben den Versicherungsunternehmen nur wenige Möglichkeiten. Eine ist die Beitragsanhebung. Ob es zu flächendeckenden Beitragssteigerungen kommt, ist derzeit noch offen. Allerdings sollen 10 Versicherer bereits jetzt Schwierigkeiten damit haben, den Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent einzufahren.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren

  • Steigende PKV-Beiträge in 2012 erwartet
  • PKV-Beiträge sollen laut AOK-Studie stark ansteigen
  • Prämienanpassungen von mehr als 5 Prozent in der PKV
  • Kritik der Verbraucherzentralen an PKV “unseriös”
  • Beitragsexplosion belastet Versicherte der PKV zunehmend
  • Was können Versicherte gegen ausufernde PKV Prämien tun
  • Bleiben Hartz-IV Bezieher auf PKV Schulden sitzen?
  • Öko-Test nimmt Einsparpotenzial in der PKV unter die Lupe
  • PKV und GKV gemeinsam gegen höhere Zahnarzthonorare
  • Krankenversicherung wird teurer – sowohl GKV als auch PKV