PKV: Massive Beitragserhöhungen befürchtet
Deutschlands Krankenversicherte müssen bluten. Was bislang aber vornehmlich für die Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen galt, trifft laut übereinstimmenden Presseberichten nun auch privat Krankenversicherte. Mitglieder der PKV werden sich aller Voraussicht nach auf steigende Beiträge einstellen müssen. Eigentlich nichts Neues, schließlich werden in der privaten Krankenversicherung hin und wieder Beitragsanpassungen vorgenommen.
Niedrige Zinsen belasten Versicherer
Diesmal könnten die Beitragssteigerungen aber weit über das gewohnte Maß hinausgehen. Berechnungen zufolge müssen Versicherte mit einem Sprung in der Größenordnung von acht Prozent rechnen. Normalerweise überwinden die Beiträge diese Schwelle erst nach einigen Jahren. Schuld sind die derzeit niedrigen Marktzinsen. Da die privaten Versicherer für ihre Kunden Rückstellungen bilden müssen, diese anlegen und verzinsen lassen, trifft die PKV das aktuelle Zinsniveau besonders hart.
Um die Rückstellungen von 144 Milliarden Euro zu schützen, bleiben den Versicherungsunternehmen nur wenige Möglichkeiten. Eine ist die Beitragsanhebung. Ob es zu flächendeckenden Beitragssteigerungen kommt, ist derzeit noch offen. Allerdings sollen 10 Versicherer bereits jetzt Schwierigkeiten damit haben, den Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent einzufahren.

