Postbank benötigt wegen Lehman-Investition 1 Milliarde Euro Kapital
Wie jetzt bekannt wurde, hat sich auch die Postbank an der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers beteiligt und dadurch schätzungsweise 364 Millionen Euro verloren. Die gesamten Vorsteuerverluste betragen nach Auskunft des Unternehmens zwischen Juli und September 2008 sogar 449 Millionen Euro.
Um die ausgedünnte Eigenkapitalquote von 5,5% zu stärken, wurde deshalb eine Eigenkapitalerhöhung beschlossen, die bis zu einer Milliarde Euro in die Kassen der Postbank spülen soll. An der Kapitalerhöhung wollen sie sowohl die Deutsche Post, die noch 50% an der Postbank hält und auch die deutsche Bank (momentan 29,75% Anteil) beteiligen. Darüber hinaus plant das Unternehmen, die Dividende auszusetzen, da auch dadurch weiteres Eigenkapital abfließen würde.
Das Unternehmen plant nach Angaben von Spiegel Online außerdem, als Konsequenz aus den Verlusten ihre Geschäfte im Aktienhandel zurückzufahren und sich wieder mehr auf das Privatkundengeschäft zu konzentrieren. Dies sei ein weiterer Schritt, um Risiken abzubauen. Das Hilfspaket der Bundesregierung nimmt die Postbank dagegen nicht in Anspruch, wie ein Sprecher zunächst bestätigte.
Die Postbank gab entsprechend der Verluste eine Gewinnwarnung heraus, die für einen Einbruch der Postbank Aktie um mehr als 15% sorgte. Auch die Postbank musste Federn lassen und ähnliche Kursverfälle hinnehmen.

