Kontrollierte Vergütung
Provisionen für die PKV werden ab April 2012 gedeckelt
Das Image der privaten Krankenversicherung hat in den letzten Monaten Federn lassen müssen. Neben der Debatte um immer weiter steigende Beiträge und die Billigtarife hat vor allem das exzessive Gebaren einiger Marktteilnehmer im Vertrieb zu heftiger Kritik geführt. Provisionen, die Makler erhielten, beliefen sich teilweise auf bis zu 18 Monatsbeiträge. Darüber hinaus machten sich einige Vermittler scheinbar die kurzen Haftungsfristen zunutze, um durch Umdeckungen doppelt an Privatversicherten zu verdienen.
Der Bundestag hat dem jetzt einen Riegel vorgeschoben. Ab April 2012 werden die Maklerprovisionen in der privaten Krankenversicherung begrenzt. Versicherungsunternehmen können dann nur noch neun Monatsbeiträge ausschütten. Eine Tatsache, die Maklern sauer aufstößt. Dazu kommt noch, dass auch die Haftung ausgedehnt wird – auf 60 Monate. Hat der Verbraucher damit gewonnen?
Deckelung wird kritisch betrachtet
In der Branche scheint sich zumindest bei den Kritikern verhaltener Optimismus zu zeigen. So sieht Volker Leienbach vom Verband der privaten Krankenversicherung die neuen Spielregeln durchaus optimistisch. Allerdings werden sich die Änderungen erst bewähren müssen. Denn es bleibt abzuwarten, ob die Versicherer nicht doch noch Mittel und Wege finden, die Deckelung der Provisionen zu umgehen.
Und noch ein Punkt ist für den Versicherungsnehmer alles andere als von Vorteil. Sucht er bei einem neuen Vermittler nach günstigeren Alternativen zu seiner aktuellen Versicherung, ist dessen Verlockung weiterhin groß, den Bestandskunden in einen neuen Vertrag zu vermitteln – mit allen Konsequenzen, wie dem Verlust der für´s Alter so wichtigen Rückstellungen. Kritiker sehen daher nach wie vor die Notwendigkeit, den Verbraucherschutz durch noch bessere Informationen zu erhöhen.

