Russischen Banken leiden unter Eigenkapitalanforderung
Nicht nur Josef Ackermann, seines Zeichens Vorstand der Deutschen Bank, forderte in den vergangenen Monaten immer wieder ein Umdenken in Punkto der für die Banken so wichtigen Eigenkapitalausstattung. Diese müsste auch aus Sicht anderer Experten in Deutschland nach oben korrigiert werden, damit die Institute vor weiteren Kreditausfällen als Folge der Wirtschaftskrise besser geschützt werden.
2009 von vielen Insolvenzen gekennzeichnet
Wohin höhere Anforderungen aber führen könnten, scheint sich in gewisser Weise derzeit in Russland abzuzeichnen. Ohnehin sind viele Bankenhäuser vor Ort heftig von der Krise gezeichnet. Allein in diesem Jahr stürzten 43 Banken in die Pleite. Der Markt befindet sich mitten in einem Konsolidierungsprozess, der aller Wahrscheinlichkeit nach noch so manches Opfer fordern wird, nachdem die Branche über Jahre hinweg erstaunliche Früchte getragen hatte und sich einem der am stärksten entwickelnden Märkte Europas entwickelt hatte.
Viele Banken vielleicht nicht überlebensfähig
Auf mehr als 1000 Banken bringt es der russische Markt derzeit. Aus Sicht des Finanzministers Alexej Kudrin wird am Ende der Branchensanierung aber nur noch höchstens die Hälfte der Institute übrig bleiben, weil jede zweite Bank schlicht nicht als gesund bezeichnet werden könne. Steigen könnte die Zahl der “Pleite-Banken” nun erneut mit dem kommenden Jahr.
Neue Vorgaben für die Risikovorsorge ab 2010
Denn auch die russischen Anbieter werden durch die neuen internationalen Maßnahmen zur Regulierung des Finanzmarktes, die mit dem Neujahrstag 2010 in Kraft treten, noch stärker in Sachen Risikovorsorge in die Schuld genommen. Eine höhere Eigenkapitaldecke könnte dementsprechend in Russland (und nicht nur dort) für Probleme sorgen. Ohnehin ist eine Gruppe von nur 30 Prozent in Russland für die 80 Prozent des gesamten Kreditvergabevolumens verantwortlich.

