Staatliches Tagesgeld als Streitthema

Am ersten Juli ist Stichtag für die neue Tagesanleihe der Bundesfinanzagentur und mit dem nahen Termin erzürnen sich auch die Privatbanken einmal mehr und einmal mehr lauter.

Etablierte Banken und Sparkassen können sich auf deutliche Konkurrenz gefasst machen und das ausgerechnet von der Bundesrepublik Deutschland in Form der Bundesfinanzagentur. Bisher bekannt und etabliert durch Bundesschatzbriefe und ähnliche, langfristige Geldanlagen mit hoher Sicherheit und anständiger Verzinsung. Doch das es auch flexibel und trotzdem mit anständigen Konditionen gehen kann, beweist die Bundesfinanzagentur jetzt mit der neuen Tagesgeldanleihe. Angekündigt sind 3,70 Prozent Zinsen bei täglicher Verfügbarkeit und keiner Mindest- oder Höchsteinlage, wie das bei vielen Konkurrenzprodukten durchaus üblich. Generell gerät die Branche in leichte Unruhe, aber besonders Spitzenverbände der Kreditsparte machen verstärkt Front gegen die Bundesanleihe.

Nach Ansicht dieser Kreise bewegt sich die Agentur erstmals auf einem Gebiet, welches sie nicht betreten hätte dürfen. Ungleiche Wettbewerbsbedingungen werden als Begründung angeführt und diese aufgrund der hohen Kosten zur Anlegersicherung, welche die Bundesfinanzagentur nach Auffassung des deutschen Sparkassen- und Giroverband nicht hat. Nun sind 3,7 Prozent Zinsen ja nicht der Top-Zins, der von so manch anderer Bank derzeit aufgerufen wird. Warum also die Aufregung? Nicht das offerierte Angebot aggressiv am Markt wäre, doch die Bundesfinanzagentur hat einen guten Namen und ist somit ein starker Konkurrent um die private, deutsche Anlegerschaft.

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