Staatsanleihen in der Krise

Der wohl größte Verlierer der Finanzkrise ist der Staat selbst. Das zeigen auf beeindruckende Weise die derzeitigen Prognosen der verschiedenen Wirtschaftsinstitute.

Neben den steigenden Hartz IV-Kosten, sinkenden Steuereinnahmen und Kurzarbeits-Leistungen hat der Bund aber noch an anderer Stelle seine liebe Mühe. Die Tagesanleihe des deutschen Bundes ist momentan wohl kaum als lukrativ zu bezeichnen. Dabei könnte Finanzminister Peer Steinbrück gerade jetzt frische Mittel so gut gebrauchen.

Doch während Unternehmen wie der Chiphersteller Infineon mit (Wandel-)Anleihen mit Renditen von bis zu acht Prozent gewiss interessierte Kunden für sich gewinnen können, wirkt die Bundes-Tagesanleihe mir einer Minimal-Rendite von derzeit nur knapp 0,58% wohl selbst für Laien keine sonderlich gute Anlageform, mit der man Geld verdienen kann.

Da ist die Entscheidung für ein Tagesgeldkonto schnell getroffen, denn so ist sogar in der schlechtesten Phase seit Jahren noch ein höherer Zinssatz möglich. Ein weiteres Problem für die Staatsanleihen sind die offerierten Laufzeiten. Das Modell der Anleihen des Bundes will so recht nicht in die jetzige Zeit passen. Bei 10 bis 30 Jahren Laufzeit sind die Anlagemodelle wenig reizvoll für potentielle Investoren, die von einer Verschärfung der Krise ausgehen.

Wer hingegen die Krise bereits überstanden wähnt, wird ebenfalls auf kürzere Investitionszeiträume pochen, um so schon bald an steigenden Verzinsungen teilhaben zu können. Ohne höhere Renditen wird sich wohl nicht nur in Deutschland kaum ein Anleger für Staatsanleihen begeistern können.

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