Steinbrück gegen Renten mit Garantie
Finanzminister Peer Steinbrück ist nicht gerade dafür bekannt, dass er mit seiner Meinung hinter dem Berg hält, wenn er sich im Recht sieht. Dabei nimmt der Bundesminister auch auf potentielle parteiinterne Querelen keine Rücksicht.
So wird es in dieser Woche wieder einmal beim Thema Rente offensichtlich. Während sich Steinbrücks Kollege Olaf Scholz aus dem Arbeitsressort hinter die Bundestags-Entscheidung zur garantierten Rente stellt und diese als einzig richtige preist, nutzt Steinbrück die Gelegenheit, um mal wieder Öls ins Feuer beim ohnehin lodernden Generationenstreik zu gießen.
Aus Steinbrücks Sicht dürfe nichts schön geredet werden, was faktisch bedenklich ist. So sei es schlicht eine Tatsache, dass die steigenden Renten auf dem Rücken derer ausgetragen würden, die zum jetzigen Zeitpunkt zur Altersklasse zwischen 25 und 35 Jahren gehören.
Hier müsse besser und vorausschauender geplant werden von der Bundesregierung. Rentenerhöhungen ohne Wenn und Aber, während jungen Arbeitnehmer ohne private Altersvorsorge kaum nach dem Berufsleben über die Runden kommen werden, seien keineswegs sozial gerecht.
Eine Rentengarantie jedenfalls hält Steinbrück für ein Signal in die falsche Richtung, das den jüngeren Generationen mangelnde Unterstützung durch die Politik suggerieren könnte. Die Klausel zur Sicherung der Rente sei schon allein aus dem Grund wenig sinnvoll, weil es Rentenempfängern in Deutschland nie so gut ging wie momentan. Steigende Renten in einer Zeit, in der junge Arbeitnehmer krisenbedingt um ihre Jobs bangen müssen, hält Steinbrück für durchaus „grenzwertig“.

