Energie
Strom-Kunden von TelDaFax werden doppelt zur Kasse gebeten
Die Insolvenz des Energieunternehmens TelDaFax dürfte in Deutschland als beispiellos gelten – schon allein aufgrund der Zahl an Gläubigern. Allein 700.000 Kunden des Unternehmens dürften noch über Jahre auf ihren Forderungen sitzen. Als ob dies – pünktlich zu Weihnachten – nicht schon an schlechten Nachrichten ausreichen würde, flattert manchem ehemaligen Kunden von TelDaFax ungewöhnliche Post ins Haus.
Es geht in den Schreiben darum, dass die Kunden von TelDaFax für die Schlussrechnung der Energieversorgung zahlen sollen, also unterm Strich doppelt zur Kasse gebeten werden. Eine Tatsache, die vielen Verbrauchern sauer aufstößt – berechtigterweise. Schließlich haben sie in Form von Kaution und Vorauszahlungen ihren Beitrag bereits geleistet.
Zwielichtige Unternehmensstruktur bei TelDaFax
Dass der Insolvenzverwalter über die Nachforderungen jetzt Kapital für die Insolvenzmasse liquidieren will, hat Gründe. Diese liegen vor allem in der undurchsichtigen Unternehmensstruktur. Obwohl Kunden mit der TelDaFax Energy GmbH und der TelDaFax Marketing GmbH die Lieferverträge geschlossen haben, sind die Forderungen über Abtretungen letztendlich bei der TelDaFax Services GmbH.
Allerdings halten Verbraucherschützer diese Praxis für fragwürdig. Wie sollen betroffene Verbraucher aber reagieren? Aus Sicht der Verbraucherexperten ist ein möglicher Schritt das Prüfen der Forderung in Bezug auf die korrekte Abrechnung des Verbrauchs, der Verrechnung bereits geleisteter Vorauszahlung, versteckte Preiserhöhungen usw., aus denen sich eine Widerspruchsgrundlage ableiten lassen könnte.
Widerspruch gegen Doppelforderung
Darüber hinaus bietet sich aber eine weitere Möglichkeit an. Verbraucherschützer raten dazu, die geschlossenen Verträge genau zu prüfen. Ist hier die TelDaFax Services GmbH nicht als Vertragspartner eingetragen, sind durchaus Chancen vorhanden, dass es sich um unberechtigte Forderungen handelt. Wer sich in Bezug auf die Reaktion auf ein Schreiben mit Nachforderungen nicht sicher ist, sollte in jedem Fall nach Rat suchen – etwa über die Verbraucherzentralen.

