Umlage treibt Kosten
Strom wird 2012 noch teurer
Zum Jahreswechsel 2010/2011 wurde die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien angehoben – auf 3,53 Cent je verbrauchte Kilowattstunde. Jetzt müssen sich die Verbraucher auf weitere Preissteigerungen gefasst machen. Wie aus einem Bericht des Wirtschaftsblatts „FTD“ hervorgeht, soll die Umlage erneut angehoben werden und legt damit weiter in Richtung der Marke von 4 Cent je Kilowattstunde zu. Ein Preistreiber sind die Photovoltaikanlagen.
Ökostrom wird immer teurer
Die Nachricht dürfte gerade für Stromkunden mit niedrigen Einkommen zur Unzeit kommen, da die Inflation derzeit so schon auf einem hohen Niveau liegt. Wie aus dem Bericht der „FTD“ hervorgeht, ist es vor allem die Förderung für Solaranlagen, welche die Umlage für 2012 nach oben treibt. Obwohl über die EEG-Umlage bereits mehr als 9,5 Milliarden Euro eingenommen worden, reicht das Kapital nicht zur Auszahlung aller Förderbeträge.
Insgesamt klafft im Topf der Förderung erneuerbarer Energien ein Loch von 711 Millionen Euro. Was macht aber gerade Solarstrom so teuer? Betreiber von Photovoltaikanlagen erhalten im Vergleich zu den anderen Energieformen sehr hohe Einspeisevergütungen von bis zu 28,74 Cent pro Kilowattstunde und haben damit ein sehr hohes Volumen an der EEG-Umlage. Obwohl Sonnenenergie weniger als ein Viertel der Strommenge ausmacht, entfallen darauf mehr als die Hälfte der EEG-Kosten.
Versprechen sinkender Umlage hinfällig
Mit den sich verdichtenden Hinweisen auf eine Anhebung der EEG-Umlage wird auch ein Versprechen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen hinfällig. Dieser hatte ursprünglich erklärt, dass die aktuelle EEG-Umlage zu hoch bemessen sei und es zu einer Senkung kommen werde. Allerdings – und danach sieht es eher aus – werden sich die Stromkunden deutschlandweit auf Preissteigerungen einstellen müssen.
Was erschwerend dazukommt, ist die Tatsache, dass Unternehmen solche Veränderungen immer wieder auch nutzen, um die eigene Preispolitik anzupassen. Zudem kommt ein weiterer Faktor hinzu, der Strom langfristig verteuern wird: Die Energiewende macht einen Um- und Ausbau der Netzinfrastruktur erforderlich.

