Tagesgeld: Aussichten durch EZB-Erwartungen schlecht

Überdurchschnittlich – mit diesem Attribut werben momentan viele Anbieter gerne, um ihre niedrigen Angebote beim Tagesgeld schön zu reden.

Denn Tagesgeldkonten mit Zinserträgen von um drei Prozent können nach Abzug aller Kosten beim besten Willen für die deutschen Anleger nicht mehr als überragend lukrativ bezeichnet werden. Die Profis auf den Finanzmarkt jedoch geben gerade wieder zu bedenken, dass es selbst mit diesen Zinsen schon bald vorbei sein könnte.

Schon für die kommende Woche, genauer gesagt den 2. April, erwartet man derzeit von der Europäischen Zentralbank die nächste Senkung des Leitzinses. Auf möglicherweise 1,0 Prozentpunkte könnte EZB-Chef Trichet den Zins von ohnehin bereits historisch niedrigen 1,5 Prozent um ein halbes Prozent am kommenden Donnerstag fallen lassen.

Um das Ergebnis vorher zu sagen, muss man nicht Finanzwesen studiert haben. Die Zinsen für Tagesgeld werden wie bei allen anderen Produkten rasch nach unten folgen. Ein wichtiger Aspekt für die Erkenntnis, dass die augenblicklichen Zinsen gar nicht so schlecht sind, bringt der Vergleich des Status Quo mit der zinslichen Talsohle in den Jahren 2003 bis 2005.

Damals stand es um die Realzinsen deutlich schlechter als dieser Tage. Wer momentan beim Tagesgeld 3,5 Prozent von seinem Anbieter erhält, dem bleiben unterm Stricht nach Abzug aller Kosten immerhin 2,5 Prozent.

Übrigens: In der vergangenen Krise lag am Ende der Zinsdurchschnitt beim Tagesgeld bei nur noch 1,87%. Noch ist also durchaus einiges möglich.

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