Tagesgeld: Banken wetteifern um Privatanleger
Niedrige Geldmarktzinsen sind für Anleger derzeit ein Problem. Schließlich sind die Renditen für Kapitalanlagen alles andere als vielversprechend. Trotzdem – für Experten ist das derzeitige Bild bei den Kapitalanlagen verblüffend.
Obwohl die Kapitalmarktzinssätze niedrig sind und sich Banken eigentlich günstig Geld untereinander leihen können, sind die Kreditinstitute scharf auf das Kapital der privaten Anleger. Und sind bereit, dafür etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Branchenexperten beobachten derzeit, dass etwa die Zinsen fürs Tagesgeld im Mittel ein Drittel über dem Geldmarktsatz EONIA liegen.
Private Anleger als sicheres Finanzierungsinstrument
Eigentlich ein Widerspruch. Schließlich kommen Banken billiger an Geld. Experten sehen dies anders. In deren Augen ist der aktuelle Trend Ausdruck einer Entwicklung, die vor dem Hintergrund der Krise betrachtet werden muss. Das Kapital der privaten Anleger gilt als verlässliches Refinanzierungsinstrument. Und über höhere Zinsen als am Kapitalmarkt üblich, wollen die Banken ihre Bestandskunden halten. Ein Trend, den Insider nicht nur in Deutschland beobachten. Auch im EU-Ausland wird der Kampf um Gelder von Privatanlegern erbittert geführt. Eine Entwicklung, die dem Anleger scheinbar zugutekommt.

