Tagesgeld im Interbankengeschäft sinkt weiter

Die deutschen Verbraucher kommen nur noch in den seltensten Fällen in den Genuss wirklich guter Produkte aus dem Sektor Tagesgeld.

Als Grund wird für diese Entwicklung in der Regel der immer wieder abgesenkte Leitzins durch die Europäische Zentralbank angesehen. Doch es gibt einen weiteren Auslöser für derartige Entwicklungen.

Hinter dem Begriff EONIA verbirgt sich der Zinssatz im so genannten Interbanken-Tagesgeld. Denn wenn sich die Institute untereinander zu sehr schlechte Zinssätze für Investitionen beim Tagesgeld anbieten, verschlechtern sich auch für die Endverbraucher die Aussichten auf wirklich gute Rendite im Falle einer derartigen Investition.

Noch im Februar dieses Jahres stand der EONIA bei ohnehin schon nicht gerade erstaunlichen 1,273 Prozentpunkten. Doch seitdem ist der Wert noch weiter gesunken. Im März steht er nach einem kurzen Tiefpunkt nun noch bei etwa 0,865 Prozent.

Kein Wunder also, dass die Bankkunden kaum noch gute Angebote miterleben auf der Jagd nach guten Zinsversprechen durch die Banken. Wie schön waren da die Zeiten Anfang Oktober 2008. Innerhalb von rund sechs Monaten hat der EONIA-Wert für Tagesgeld über 80 Prozent an Wert verloren. Ein Ende des Rückgangs ist leider nicht zu beobachten.

Die Kombination aus dieser Entwicklung und den EZB-Entscheidungen erklärt eindeutig, wieso Anleger sich regelrecht über die aktuellen Angebote von meist maximal vier Prozent eigentlich freuen sollten. Es könnte noch schlimmer kommen.

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