Tagesgeld von Vater Staat

Auch das noch, sagen die einen und die anderen begrüßen die neue Konkurrenz auf dem ohnehin schon hart umkämpften Tagesgeld-Markt, denn jetzt greift auch der Staat ein.

Warum jetzt auch der Bund Tagesgeld an private Kunden vergibt? Neben einer Ersparnis für den Bund in zweistelliger Millionenhöhe kann es sich der Bund nach über 30 Jahren wieder leisten auf diesem Markt mitzumischen. Mit kostenfreien Tagesgeldkonten und attraktiven Zinsen positioniert sich die Bundesrepublik, vertreten durch die Bundesfinanzagentur mehr als gut am Markt und toppt zwar nicht die Spitzenangebote, aber doch einen Grossteil der Angebote der Banken und Sparkassen. Dabei profitiert die Agentur auch von der Sparlaune der Deutschen, die aktuell rund 15 Prozent ihres Vermögens durchschnittlich ansparen.

Allerdings bietet der Bund kein Tagesgeld, sondern eine Tagesanleihe an. Auch diese ist gut verzinst und ebenso täglich verfügbar. Allerdings werden die erwähnten Zinsen täglich gutgeschrieben und nicht wie bei der Konkurrenz aus Banken und Sparkassen, wenn überhaupt, einmal im Monat. Die Rendite der Tagesanleihe steigt also nachhaltig schneller, als bei allen anderen, herkömmlichen Angeboten. Der Zinssatz der Tagesanleihe ist tagesaktuell und wird aktuell auf 3,70 Prozent taxiert. Der Zinssatz selbst nutzt den Eonia (Euro Index Overnight Average) als Leitindex. Mit gerade einmal 50 Euro Mindesteinlage und einer Beantragung eines Kontos online, telefonisch, oder per Post sind alle kundenfreundlichen Vorteile geschaffen, die man hätte schaffen können.

Kunden können jubeln, Experten loben und die Konkurrenz ärgert sich still bis lautstark, aber nichts desto weniger ist der Bund mit einem weltweit einzigartigen Finanzprodukt am Start, welches für alle Beteiligten scheinbar nur Vorteile bringt.

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