Träge Vergabepolitik bei Krediten in Deutschland
Fragt man die deutschen Großbanken nach den Gründen für die Zurückhaltung bei der Vergabe von Krediten, wird man vermutlich hören, dass es diese in der kritisierten Form gar nicht wirklich gibt.
Und wenn doch, liegt es vor allem an der mangelnden Bonität vieler Kunden, die sich um einen Kredit bei den Banken bemühen. Doch die Kreditstatistik der EZB zeigen ganz deutlich, dass die Kreditvergabe in Deutschland alles andere als flüssig vonstatten geht.
Dabei hatte vor allem die staatliche Förderbank KfW ihre Rolle ausgesprochen ernst genommen und den Banken selbst Kredite in massivem Umfang zugeteilt. Auf diesem Wege wollte man die Normalisierung auf dem Kreditsektor beschleunigen und die Wirtschaft ankurbeln.
Mit dem Ergebnis, dass viele Banken nun scheinbar auf dem frischen Geld sitzen, weil sich die Angst vor Kreditausfällen weiter ausdehnt. Vor allem bei den Unternehmenskrediten liegen die Einnahmen aus Tilgungsvorgängen über den frischen Kreditsummen der Banken.
Bei der Bundesbank sieht man den Grund für das sinkende Kreditvolumen darin begründet, dass die Unternehmen keineswegs investitionsfreudig sind. Die Nachfrage nach Krediten ist dementsprechend deutlich gesunken. Was immer der Grund letztlich sein mag.
Die erhofften positiven Konsumauswirkungen werden in beiden Fällen auf sich warten lassen. Allein steht die deutsche Wirtschaft mit diesem Problem jedenfalls nicht da. Denn auch in anderen europäischen Ländern läuft die Vergabe von Krediten eher verhalten an.

