Verbraucherschutzministerin droht Banken mit Beratungsregulierung
Dass die Banken die deutschen Kunden weiterhin nicht in ausreichender Form über Risiken, Chancen und Renditeaussichten beraten, zeigt nicht zuletzt die Finanztest-Ausgabe für den kommenden Januar 2010. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner sieht die Banken diesbezüglich auch weiterhin in einer Art Bringschuld.
Die Institute müssten endlich im nötigen Ausmaß für Besserung sorgen. Dass das ab 2010 notwendige Beratungsprotokoll als Neuerung der Rechtslage für Beratungsgespräche zwischen Banken und Kunden allein die erhofften Veränderungen erreichen wird, daran zweifelt die Ministerin.
Mehr Aufklärungsarbeit von Banken verlangt
Und so fordert die CSU-Politikerin die Banken erneut dazu auf, mithilfe von Beipackzetteln zu den verschiedenen Geldanlagen auf dem Markt besser Aufklärungsarbeit zu leisten. Nicht jedoch, ohne dabei auch eine mögliche staatliche Intervention in Betracht zu ziehen. So will die Ministerin stärkeren Druck auf die Bankenbranche ausüben.
Bisher zeigen sich die Banken relativ unbeeindruckt von den Forderungen der Bundesregierung nach einheitlichen Kennzeichnungen von Versicherungspolicen, Finanzprodukten, Zertifikaten und anderen Investitionsmodellen. Wichtig sind der Politikerin im Interesse der Kunden neben den Risiken vor allem die wirklichen Kosten.
Ergebnisse bei Stiftung Warentest erschreckend
Aigner zeigt sich empört über das Abschneiden der Banken im Test der Stiftung Warentest: In diesem brachte es nicht einmal eine der 21 getesteten Banken auf die Note Gut. Zu den Dingen, die der Ministerin vorschweben als Schutz der Anleger, gehört etwa ein deutlich längerer Haftungszeitraum für die Banken.
Die Verjährungsfrist könnte am Ende des staatlichen Einschreitens statt wie bisher bei drei Jahren dann bei zehn Jahren liegen. Ohne Frage wäre eine solche Korrektur für die Institute ein guter Grund, um die Qualität und die Nachhaltigkeit der eigenen Produkte etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

