Verstaatlichung der Hypo Real Estate kann kommen

Die Übernahme der systemrelevanten Münchner Hypo Real Estate zieht weiterhin große Wogen. Nicht nur die Aktionäre wie der Großaktionär Christopher Flowers halten die Verstaatlichung der angeschlagenen Bank für den falschen Schritt.

Mag hier noch die Sorge um die eigenen Finanzen eine entscheidende Rolle spielen, so sehen viele Bankenexperten in der Übernahme ein weiteres Problem. Ein derartiger Eingriff in die Strukturen des Bankengewerbes mache deutlich, inwieweit die Bundesregierung mit verschiedenen Maßstäben in den Kampf gegen die Wirtschaftskrise eintritt.

Im Falle anderer Banken wie der Commerzbank sollen Milliardenhilfen und hohe Auflagen der EU-Kommission in Brüssel ausreichend sein zur Restrukturierung des Unternehmens, doch die Hypo Real Estate muss unbedingt in den Besitz des Staates übergehen? Mit dieser Vorgehensweise können sich längst nicht alle Experten aus der Bankenbranche anfreunden und abfinden.

Daran, dass Vergangenheitsbewältigung bei der HRE inzwischen begonnen hat, ändert die Kritik allerdings nichts mehr. Schon jetzt startet der Unternehmens-Chef Wieandt damit, mindestens 50% des Kreditvolumens der HRE-Bank vom Konzern selbst abzuspalten und in den kommenden Monaten zur Aufbesserung der Bilanzen und Senkung der weiteren Abschreibungen abzubauen.

Die notwendige Zustimmung der Aktionäre hat die Bundesregierung indes beim Sondertreffen bekommen. Somit steht der ersten Verstaatlichung seit Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland nichts mehr im Wege.

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