Krankenversicherung

Wechsel in die PKV und seine Schattenseiten

Die private Krankenversicherung sucht nach neuen Kunden. Suchen muss sie meistens nicht lange – immer noch finden sich schnell Besserverdiener, die der vermeintlich teureren und leistungsschwächeren GKV den Rücken zuwenden, um sich privat abzusichern. Wer diesen Schritt allerdings wagt, muss sich im Klaren darüber sein, dass es nicht immer einen Weg zurückgibt. Und die PKV ist – abseits aller Prospekte und Flyer – nicht das gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen.

Kostendruck nimmt rasant zu

Ein perfektes Beispiel hat sich aufmerksamen Beobachtern erst Ende 2011 geboten. Beitragsanpassungen von teilweise mehr als 40 Prozent haben für einen Aufschrei bei vielen Betroffenen gesorgt. Und decken Mängel in einem System auf, das sich nach außen gern ein sauberes Image verpasst.

Denn ein Teil der Probleme, die zu hohem Kostendruck führen, sind in der PKV hausgemacht. Wie die hohe Zahl der Nichtzahler und Außenstände, die man teilweise über billige Einstiegstarife vor ein oder zwei Jahren noch hofiert hat. Eines muss Privatversicherten klar sein: Was heute billig ist, kann morgen teuer werden.

Leistungsniveau nicht immer besser

Und es kommt noch schlimmer. Wer sich einfach für die PKV aus dem Bauch heraus entscheidet, muss sich nicht wundern, wenn plötzlich Selbstbehalt oder Leistungseinschränkungen zur Belastung werden. Denn in der PKV ist nichts umsonst. Und jede Leistung hat ihren Preis. Wer am falschen Ende spart, steht vielleicht sogar mit einem Versicherungsschutz da, der unter dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen liegt.

Lohnt sich die private Krankenversicherung?

Fakt ist, dass sich der Wechsel in die PKV lohnen kann. Allerdings sollte man auch an die Zukunft denken. Speziell für Eltern, die beide in der PKV unterkommen, gibt es keine Chance, den Nachwuchs über die Familienversicherung beitragsfrei abzusichern. Und je nach Zahl der Kinder kann dies teuer werden.

Darüber hinaus sind gerade Selbständige gefährdet, die in guten Zeiten teure Verträge abschließen und später Beitragsschulden anhäufen. Deutlich besser dran sind in der PKV dagegen Beamte. Dank Beihilfe muss nur ein Teil der Kosten versichert werden, was deutlich günstiger als die „klassische“ Vollversicherung ist.

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