PKV Anbieter wechseln

Wechsel der privaten Krankenversicherung

Wenn ein Versicherungsnehmer von der GKV in die PKV wechselt, muss er sich dort zunächst an eine private Versicherungsgesellschaft vertraglich binden. Der Versicherte ist dann zunächst für die vertraglich vereinbarte Mindestvertragslaufzeit, die je nach Anbieter zwischen einem und drei Jahren liegt, an seinen Versicherer gebunden. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit aber hat der Versicherte die Möglichkeit, innerhalb des Systems der PKV zu einer anderen Versicherungsgesellschaft wechseln.

Gründe für einen Wechsel der Versicherungsgesellschaft können die Beitragshöhe, die angebotenen Leistungen oder der Service des Versicherers sein. Zwar fallen bei einem Wechsel des Anbieters keine direkten Kosten an, allerdings ist ein solcher Wechsel trotzdem mit erheblichen Einschränkungen verbunden.

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Kündigungsfrist beim Anbieterwechsel

Wer zu einer anderen Versicherungsgesellschaft wechseln möchte, muss seine bisherige PKV kündigen. Der Versicherungsvertrag kann je nach Versicherungsgesellschaft entweder zum Ende des Kalenderjahres oder zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Das Versicherungsjahr endet genau ein Jahr nach Beginn der Versicherung. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Außerordentliche Kündigung

Darüber hinaus steht dem Versicherungsnehmer ein außerordentliches Kündigungsrecht zu, wenn die Versicherungsgesellschaft die Beiträge anhebt. Dabei muss die Versicherungsgesellschaft den Versicherten vorab über die geplante Beitragserhöhung informieren. Der Versicherte kann eine außerordentliche Kündigung dann bis spätestens einen Tag vor der Gebührenanpassung aussprechen. Im Falle einer außerordentlichen Kündigung entfällt auch die Bindung durch die Mindestvertragslaufzeit.

Gesundheitsprüfung beim Anbieterwechsel

Wenn der Versicherte innerhalb des Systems der PKV von einem Anbieter zu einem anderen Anbieter wechseln will, ist vor der Aufnahme erneut eine Gesundheitsprüfung notwendig. Wenn sich der Gesundheitszustand des Versicherten seit der letzten Gesundheitsprüfung verschlechtert hat, kann dies dazu führen, dass der neue Versicherer entweder einen Risikozuschlag erhebt oder eine Aufnahme sogar gänzlich verweigert. Eine Aufnahmeverpflichtung von Seiten der Versicherungsgesellschaft besteht lediglich für den Basistarif. Allerdings bildet der Basistarif lediglich das Leistungsspektrum der GKV nach.

Mitnahme von Altersrückstellung

Das große Hindernis beim Wechsel der Versicherungsgesellschaft stellen die Altersrückstellungen dar. Altersrückstellungen sind von der Versicherungsgesellschaft gebildete Kapitalrückstellungen für die mit zunehmendem Alter ansteigenden Krankheitskosten. Dadurch soll der Anstieg der Beiträge im Alter abgemildert werden. Bei der Mitnahme von Altersrückstellungen bei einem Anbieterwechsel muss zwischen Altkunden (Eintritt vor dem 01. Januar 2009) und Neukunden (Eintritt nach dem 01. Januar 2009) unterschieden werden.

Altersrückstellungen bei Neukunden

Dabei ist die Situation für Neukunden wesentlich günstiger. Wenn ein Neukunde seine private Krankenversicherung wechselt, kann er wenigstens einen Teil der Altersrückstellungen zu seinem neuen Anbieter hinüberzuretten. Die Höhe der übertragbaren Altersrückstellungen wird auf den Betrag begrenzt, der als Rückstellung im brancheneinheitlichen Basistarif gebildet worden wäre.

Altersrückstellungen bei Altkunden

Im Gegensatz dazu dürfen Altkunden überhaupt keine Altersrückstellungen zum neuen Anbieter mitnehmen. Alle bisher angesparten Altersrückstellungen gehen durch den Anbieterwechsel verloren. Deshalb ist der Wechsel der Versicherungsgesellschaft für alle Versicherungsnehmer, die bereits seit vielen Jahren bei ihrem jetzigen Anbieter unter Vertrag stehen, aus finanzieller Sicht nicht ratsam.

Erhöhung des Eintrittsalters

Ein entscheidender Faktor für die Berechnung des monatlichen Beitrages ist das Eintrittsalter des Versicherten. Es gilt, je früher der Versicherte in die PKV eingetreten ist, desto niedriger sind seine monatlichen Beiträge. Wenn der Versicherte zu einer anderen Versicherungsgesellschaft wechselt, müssen die Beiträge aufgrund des (teilweisen) Wegfalls der Altersrückstellungen auf Basis des neuen Eintrittsalters berechnet werden. Dies führt dazu, dass sich die monatlichen Beiträge durch den Anbieterwechsel für den privat Versicherten deutlich erhöhen.

Fazit

In den meisten Fällen lohnt sich der Wechsel des Anbieters für einen privat Versicherten aufgrund des (teilweisen) Verlustes der Altersrückstellungen und der erneuten Gesundheitsprüfung nicht. Lediglich der Versicherungsnehmer, der erst kurze Zeit in der PKV ist und dessen Gesundheitszustand sich seit dem Eintritt nicht verschlechtert hat, sollte einen Anbieterwechsel überhaupt in Betracht ziehen.

Alternativ sollte auch ein PKV Tarifwechsel in Betracht gezogen werden, mit dem sich Leistungen und Kosten variieren lassen.

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