Voraussetzungen der PKV

Wer kann sich privat versichern?

Steigende Kassenbeiträge und ein abnehmender Leistungskatalog lassen viele Bürger an der Qualität der gesetzlichen Krankenkassen zweifeln. Kein Wunder, dass sich immer mehr Menschen für einen Wechsel in die private Krankenversicherung interessieren. Doch nicht jeder darf uneingeschränkt von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung wechseln.

Oftmals versperrt eine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung den Weg zur PKV. Für den Wechsel in die PKV muss der Versicherte je nach Berufsstand unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen.

Jetzt den passenden PKV-Tarif finden.

zum Tarifvergleich ►

PKV Voraussetzungen für Angestellte

Bei einem Angestellten ist die Möglichkeit sich privat zu versichern nur dann gegeben, wenn er über ein ausreichend hohes Einkommen verfügt. Dazu muss das jährliche Bruttoeinkommen eines Angestellten die Versicherungspflichtgrenze (nicht mit der Beitragsbemessungsgrenze zu verwechseln!) überschreiten. Für Angestellte, deren Einkommen unterhalb dieser Grenze liegt, besteht nämlich eine

Die folgende Tabelle zeigt die vom Gesetzgeber festgelegte Höhe der Versicherungsfreigrenze in den letzten Jahre seit der Euro-Einführung.

Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Versicherungspflichtgrenze / Jahresarbeitsentgeltgrenze
Jahr monatlich jährlich
2017 4.800,00 EUR 57.600 EUR
2016 4.687,50 EUR 56.250 EUR
2015 4.575,00 EUR 54.900 EUR
2014 4.462,50 EUR 53.550 EUR
2013 4.350,00 EUR 52.200 EUR
2012 4.237,50 EUR 50.850 EUR
2011 4.125,00 EUR 49.500 EUR
2010 4.162,50 EUR 49.950 EUR
2009 4.050,00 EUR 48.600 EUR
2008 4.012,50 EUR 48.150 EUR
2007 3.975,00 EUR 47.700 EUR
2006 3.937,50 EUR 47.250 EUR
2005 3.900,00 EUR 46.800 EUR
2004 3.862,50 EUR 46.350 EUR
2003 3.825,00 EUR 45.900 EUR
2002 3.375,00 EUR 40.500 EUR

Weiterhin reicht es jedoch nicht aus, wenn der Versicherte einmalig mit seinem Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Vielmehr müssen die Einkünfte des Versicherten

  • in 12 aufeinander folgenden Monaten 

diese Grenze überschritten haben. Wenn ein Angestellter im Januar 2017 in die PKV wechseln möchte, hätte sein Jahreseinkommen also mindestens im gesamten Jahr 2016 durchgehend oberhalb der Versicherungspflichtgrenze gelegen haben müssen. Zusätzlich muss der Versicherungsnehmer auch noch eine

  • Kündigungsfrist von zwei Monaten

beachten. Die Frist beginnt im Folgemonat, nachdem die Kündigung eingereicht wurde.

PKV Voraussetzung für Berufseinsteiger

Berufseinsteiger müssen diese Frist von 12 Monaten nicht erfüllen, da für diese eine Sonderregelung gilt. Ist bereits bei der Einstellung des Berufseinsteigers abzusehen, dass sein Gehalt die JAEG von 56.250 Euro in 2016 überschreiten wird, kann sich dieser sofort privat versichern. Eine Versicherungspflicht in der GKV tritt nicht ein.

PKV Voraussetzungen für Selbstständige

Im Gegensatz zu den Angestellten ist bei Selbstständigen und Freiberuflern, der Wechsel in die PKV an keine Bedingungen geknüpft. Sie können jederzeit unabhängig von der Höhe ihres jährlichen Einkommens ihre freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse beenden, um sich stattdessen privat zu versichern.

Allerdings müssen auch Selbstständige und Freiberufler, die ihre freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse beenden wollen, eine

  • Kündigungsfrist von zwei Monaten

berücksichtigen. Die Kündigungsfrist startet wiederum in dem folgenden Monat, nachdem die Kündigung ausgesprochen wurde. Wenn die Kündigung beispielsweise zum 19. September dieses Jahres erfolgt, so kann der Versicherungsnehmer frühestens zum 1. Dezember dieses Jahres in die PKV eintreten.

PKV Voraussetzungen für Beamte

Eine Sonderrolle unter den abhängig Beschäftigten nimmt die Berufsgruppe der Beamten ein. Genauso wie bei den Selbstständigen, besteht auch bei Beamten keine Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie haben unabhängig von der Höhe ihres Einkommens jederzeit die Möglichkeit in die PKV einzutreten. Die Versicherungsgesellschaften bieten sogar PKV Tarife speziell für Beamte an.

Diese sogenannten Beihilfetarife sind wesentlich günstiger. Grund dafür ist, dass der Dienstherr des Beamten keinen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung des Beamten leisten muss. Stattdessen beteiligt er sich anteilig an den anfallenden Krankheitskosten. Diese Kostenersparnis geben die Versicherungsgesellschaften in Form niedrigerer Versicherungsbeiträge an die Beamten weiter.

PKV Voraussetzungen für Studenten

Für Studenten, die sich an einer staatlich anerkannten deutschen Hochschule einschreiben möchten, besteht

  • grundsätzlich eine Versicherungspflicht.

Viele Studenten sind jedoch noch über ihre Eltern beitragsfrei familienversichert. Liegt keine Familienversicherung vor, hat der Student nach der Einschreibung (bzw. nach Ablauf der Familienversicherung) drei Monate Zeit, um sich zu entscheiden, ob er in die private oder die gesetzliche Krankenversicherung eintreten will.

Wenn der Studierende sich privat versichern möchte, so muss er innerhalb dieses dreimonatigen Zeitraums eine

  • Befreiung von der gesetzlichen Versicherungspflicht

beantragen. Diese Entscheidung ist für die verbleibende Studiendauer bindend.

Wer sich für den Eintritt in die PKV für Studenten entscheidet, kann von speziellen Studententarifen der Versicherungsgesellschaften profitieren. Zudem sind studierende Beamtenkinder, solange noch eine Kindergeldberechtigung besteht, weiterhin beihilfeberechtigt.

Jetzt den passenden PKV-Tarif finden.

zum Tarifvergleich ►
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Diese Cookies sind sicher und speichern keine persönlichen Daten über Sie ab. Mit der Nutzung dieser Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzinfo
OK