Wechsel in PKV

Von der GKV zur privaten Krankenversicherung

Dank des umfangreichen Leistungsspektrums erscheint für viele Menschen ein Wechsel in die PKV äußerst attraktiv. Doch muss man einige Dinge beachten, wenn man einen Wechsel in die Private Krankenversicherung anstrebt. Zunächst darf der Versicherte nicht unter die gesetzliche Versicherungspflicht fallen. Ansonsten ist ein Wechsel in die PKV nicht möglich.

Nicht versicherungspflichtig sind:
Selbstständige, Freiberufler, Beamte sowie Angestellte, deren Einkommen mindestens 12 Monate in Folge oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) lag. Diese Regelung gilt seit dem 01.01.2011, da bis zu 31.12.2010 für den Wechsel in die PKV ein Arbeitsentgelt oberhalb der Grenze für mindestens drei Jahre Voraussetzung war. Studenten können innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme des Studiums beantragen, sich für die restliche Studiendauer von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

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Aufnahme in die PKV

Aber auch wenn der Versicherte die beruflichen Voraussetzungen für einen Wechsel in die PKV erfüllt, ist ihm die Aufnahme dennoch nicht sicher. Die privaten Versicherungsgesellschaften verlangen vor der Aufnahme in der Regel eine Gesundheitsprüfung vom Versicherungsnehmer. Dabei wird der gesundheitliche Zustand des zukünftigen Versicherungsnehmers auf mögliche Vorerkrankung durchleuchtet, damit die Versicherungsgesellschaft das finanzielle Risiko besser kalkulieren kann. Je nach Ergebnis kann der Versicherer entweder die Aufnahme verweigern oder einen Zuschlag auf die monatlichen Beiträge erheben.

Aufnahmepflicht nur im Basistarif

Ein Anspruch auf Aufnahme besteht lediglich für den PKV Basistarif, den jede Versicherungsgesellschaft anbieten muss. Beim Basistarif werden die monatlichen Beiträge unabhängig vom gesundheitlichen Zustand des Versicherten festgelegt. Maximal darf die Versicherungsgesellschaft den Höchstsatz der GKV verlangen. Allerdings entsprechen die Leistungen in diesem Basistarif dabei weitgehend den Leistungen, die auch von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden. Auf das erweiterte Leistungsspektrum der PKV muss der Versicherungsnehmer dagegen verzichten. Deshalb lohnt sich ein Wechsel von der GKV direkt in den Basistarif der PKV in den meisten Fällen nicht.

Kündigung der bestehenden Krankenversicherung

Wenn sich der Versicherte zum Wechsel in die PKV entschlossen hat, muss er seine Mitgliedschaft in der GKV kündigen. Hierbei ist eine Kündigungsfrist einzuhalten. Diese beträgt zwei Monate und startet in dem Monat, der auf die Aussprache der Kündigung folgt. Wenn ein Versicherter z.B. seine

  • Mitgliedschaft in der GKV zum 20.08 kündigt, endet diese zum 01.11.

Nach Eingang der Kündigung muss die bisherige Krankenkasse dem Versicherten

  • innerhalb von zwei Wochen eine Kündigungsbestätigung

zukommen lassen. Die Kündigung wird allerdings nur dann wirksam, wenn der Versicherte

  • innerhalb der Kündigungsfrist den zukünftigen privaten Versicherungsschutz nachweisen

kann. Der Gesetzgeber will dadurch verhindern, dass jemand plötzlich ohne Versicherungsschutz dasteht.

Die Kündigungsbestätigung muss zusammen mit dem Aufnahmeantrag an die neue Versicherung übermittelt werden. Die neue Mitgliedsbescheinigung kann von der privaten Krankenkasse nämlich erst dann ausgestellt werden, wenn eine Kündigungsbestätigung der bisherigen Krankenkasse vorliegt. Um den Versicherungswechsel abzuschließen, muss der Versicherte dann die neue Mitgliedsbescheinigung seinem Arbeitgeber vorlegen.

In einigen Fällen entfällt die Kündigungsfrist

Versicherungspflichtige Angestellte, die nach Ablauf der zwölfmonatigen Frist zum Jahresbeginn erstmals versicherungsfrei werden, haben innerhalb von zwei Wochen die Möglichkeit ihre Mitgliedschaft in der GKV rückwirkend zum 01.01 zu beenden. Selbstständige, die ihre Tätigkeit neu aufgenommen haben, haben innerhalb der ersten drei Monate die Möglichkeit ohne Einhaltung der Kündigungsfrist in die PKV zu wechseln. Auch Arbeitnehmer, die erstmals beihilfeberechtigt werden, müssen keine Kündigungsfrist beachten.

Besonderheiten bei GKV Wahltarifen

Aufpassen sollte man bei den Wahltarifen der gesetzlichen Krankenkassen. Wer einen solchen Tarif abgeschlossen hat, ist nämlich drei Jahre vertraglich an die GKV gebunden.

Wartezeiten bei der PKV

Bevor man die Leistungen der PKV nach dem Eintritt erstmals in Anspruch nehmen kann, sind oftmals Wartezeiten zu beachten. Dabei unterscheidet man zwischen der allgemeinen Wartezeit, die drei Monate dauert und der besonderen Wartezeit, die eine Dauer von acht Monaten hat. Die allgemeine Wartezeit gilt für alle allgemeinen Krankheitskosten. Die besondere Wartezeit bezieht sich auf Entbindungen, zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlungen, Zahnersatz sowie Psychotherapien.

Diese Wartezeiten stellen bei einem Wechsel von der GKV in die PKV in der Regel jedoch kein Problem dar. Denn bei einem lückenlosen Übergang von der GKV in die PKV wird die in der gesetzlichen Krankenkasse verbrachte Vorversicherungszeit auf die Wartezeit angerechnet. Darüber hinaus hat der Versicherte auch noch die Möglichkeit, einen Verzicht auf Wartezeiten bei der Versicherung zu beantragen.

Dazu muss er dem Versicherer in der Regel ein ärztliches Gutachten, das den persönlichen Gesundheitszustand bescheinigt, vorlegen.

Wechsel von der GKV zur PKV gut überlegen

Grundsätzlich sollte man vor dem Wechsel in die PKV alle Vor- und Nachteile gründlich abwägen, da eine spätere Rückkehr in die GKV nur unter gewissen Voraussetzungen möglich ist.

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