Rentenlücke

Vorsorgelücke

Analysiert man als Privatperson seine eigene finanzielle Situation im Alter, geht es beim Begriff „Rentenlücke“ im Allgemeinen um die Höhe des Geldes, das im Rentenalter für ein aus individueller Sicht zufrieden stellendes Leben möglicherweise fehlt. Je früher man sich Gedanken um Altersvorsorge macht, desto chancenreicher ist der Versuch, solch eine Rentenlücke – je nach Definition – zu reduzieren oder gar zu vermeiden.

Rentenlücke, Vorsorgelücke, Altersvorsorgelücke – man hört diese Begriffe in letzter Zeit öfter und glaubt meistens auch zu wissen, was mit ihnen gemeint ist. Aber wenn man etwas recherchiert, wird die Sache komplizierter, denn man trifft auf unterschiedliche Definitionen:

  • Der Begriff „Rentenlücke“ steht beispielsweise für die Differenz zwischen dem letzten Arbeitseinkommen eines angehenden Rentners und dem Betrag, den er anschließend als Rente erhält.
  • In der klassischen Definition bezieht sich das Wort „Rente“ dabei auf die gesetzliche Altersrente, bisweilen ist aber auch die Differenz zwischen dem letzten Arbeitseinkommen und der Summe der Einnahmen (gesetzliche, betriebliche, private Rente) im Rentenalter gemeint.
  • Manchmal wird statt des letzten Arbeitseinkommens als Bezugsgröße auch das individuelle Bedarfseinkommen verwendet, also das Einkommen, dass der jeweilige kommende Rentner subjektiv für sich und eventuell seine Partnerin im Alter anstrebt.

In der Frage, wie es um die Altersvorsorge eines einzelnen Menschen bestellt ist, macht die letzte Definition wohl am ehesten Sinn. Die Rentenlücke bezieht sich dann einerseits auf sämtliche erwartbaren Einnahmen pro Monat im Rentenalter: gesetzliche plus betriebliche Rente plus eventuell Einnahmen aus bereits abgeschlossenen Verträgen zur privaten Altersvorsorge. Auf der anderen Seite stehen die zu erwartenden Ausgaben, um den Lebensstandard auf dem gewünschten Niveau zu halten. Die Rentenlücke berechnet sich dann aus der Formel:

  • „Alle Einnahmen pro Monat im Rentenalter“ minus „erwartete monatliche Ausgaben“. Ergibt sich hier ein negativer Wert, besteht eine Rentenlücke.

Hierbei ist auch klar, dass teils mit prognostizierten Werten gearbeitet wird, wenn beispielsweise ein 40-Jähriger zur Berechnung einer möglichen Rentenlücke seine eigenen Ein- und Ausgaben ab dem Alter von 65 hochrechnet. Die berufliche Situation kann sich bei ihm ebenso ändern wie die familiäre, was möglicherweise zu einer Neuberechnung der Rentenlücke zwingt.

Die Rentenlücke und die zwei Stellschrauben

Letztlich bleiben immer zwei Stellschrauben, um Einnahmen und Ausgaben miteinander in Einklang zu bringen: auch beim Blick auf die Zeit als Rentner. Einerseits kann man sich Gedanken darum machen, wo man im Alter eventuell spart, um mit weniger Geld als zuvor auszukommen. Andererseits existieren zahlreiche Finanzprodukte zur privaten Altersvorsorge, die die Einnahmesituation im Alter verbessern. Bei der Auswahl sollte man sorgsam vorgehen und muss natürlich aktuelle finanzielle Möglichkeiten berücksichtigen. Man sollte aber auf die Vorsorge nicht komplett zugunsten des Konsums verzichten. Das könnte sich später rächen.

Produkte für die Private Altersvorsorge

Rentenlücke – der Faktor Zeit

Niemand weiß, wie alt er wirklich wird. Viele Menschen wünschen sich, dass sie gesund ein hohes Alter erreichen. Dabei sollte allerdings die Finanzierung des Lebens auf erwünschtem Niveau während der gesamten Rentenzeit gewährleistet sein. Der Faktor „Zeit“ wird bei der Frage nach einer möglichen Rentenlücke bisweilen vernachlässigt. Da erhält man als Rentner vielleicht eine größere Summe aus einer Kapitallebensversicherung, lässt monatlich etwas von dieser Summe ins Haushaltgeld einfließen und verhindert so eine Rentenlücke. Geht die Summe aus der Lebensversicherung allerdings zur Neige, ohne dass man eine Nachfolgefinanzierung des Lebens gefunden hat, entsteht die Rentenlücke vielleicht doch noch: nachträglich. Und das sollte nicht so sein! Auch hier gilt: sich frühzeitig Gedanken zu machen, schützt häufig vor schwierigen Zeiten.