Zinseszins-Effekt

Zinseszins-Effekt

Zinseszinsen sind, das legt der Name nahe, „Zinsen auf Zinsen“. Bei Geldanlagen wird der Ertrag bzw. die Rendite dadurch erhöht, da erhaltene Zinsen auf die Kapitalanlage im nächsten Intervall erneut verzinst werden. Je häufiger die Intervalle der Zinszahlung, desto höher die Zinseszinsen und entsprechend der Zinsertrag. Der Zinseszins-Effekt kommt aber auch bei der Finanzierung mit Krediten zum tragen. Auch hier werden Zinsen erneut verzinst, jedoch zu Ungunsten des Kunden, da die Kredit Kosten damit steigen.

Tagesgeld und Zinseszinsen

Vergleicht man mehrere Angebote für die Tagesgeldanlage miteinander, fallen schnell Unterschiede in den Zinszuschlagsterminen auf. Es treten in der Regel drei unterschiedliche Zinsintervalle auf. Die Zinsen werden entweder

  • monatlich oder
  • vierteljährlich oder
  • einmal jährlich

für das angesparte Guthaben gutgeschrieben. Die Zinsintervalle sollten aber nicht mit der Berechnung der Tagesgeld Zinsen verwechselt werden. Diese erfolgt täglich und die Zinsen werden lediglich am Auszahlungszeitpunkt zum Ende eines Intervalls zusammengefasst dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben.

Die Frage, wie sich diese Zinsintervalle auf die Entwicklung der Tagesgeld Rendite auswirken, steht an dieser Stelle im Mittelpunkt der Entscheidung. Den Verlauf der Zinserträge soll ein einfaches Beispiel verdeutlichen, anhand dessen die Auswirkungen des Zinseszins-Effektes auf das Tagesgeldkonto zu erkennen sind:

Tagesgeld Zinseszins Vergleichstabelle

Annahme: Kapital: EUR 30.000; Tagesgeld-Zinsen: 4,50% p.a.; Laufzeit: 12 Monate;

Monatmonatliche Zinsgutschrift1/4-jährliche Zinsgutschriftjährliche Zinsgutschrift

Bank A Bank B Bank C
I. Quartal
01.01.01 EUR 30.000,00 EUR 30.000,00 EUR 30.000,00
01.02.01 EUR 30.112,50 EUR 30.000,00 EUR 30.000,00
01.03.01 EUR 30.225,40 EUR 30.000,00 EUR 30.000,00
II. Quartal
01.04.01 EUR 30.338,80 EUR 30.337,50 EUR 30.000,00
01.05.01 EUR 30.452,50 EUR 30.337,50 EUR 30.000,00
01.06.01 EUR 30.566,70 EUR 30.337,50 EUR 30.000,00
III. Quartal
01.07.01 EUR 30.681,40 EUR 30.678,80 EUR 30.000,00
01.08.01 EUR 30.796,40 EUR 30.678,80 EUR 30.000,00
01.09.01 EUR 30.911,90 EUR 30.678,80 EUR 30.000,00
IV. Quartal
01.10.01 EUR 31.027,80 EUR 31.023,90 EUR 30.000,00
01.11.01 EUR 31.144,20 EUR 31.023,90 EUR 30.000,00
01.12.01 EUR 31.261,90 EUR 31.023,90 EUR 30.000,00
Folgejahr
01.01.02 EUR 31.378,20 EUR 31.372,00 EUR 31.350,00
Zinsertrag EUR 1.378,20 EUR 1.372,00 EUR 1.350,00
Gesamtrendite 4,594% 4,573% 4,500%

Wie dieses Beispiel zeigt, ist der Unterschied zwischen monatlichen und vierteljährlichen Zinszuschlagsterminen relativ gering und wirkt sich nur bei sehr großen Beträgen und langen Laufzeiten aus. Etwas anders schneidet das Angebot mit dem jährlichen Zinsintervall ab. Der Zinseszins-Effekt sorgt hier für einen deutlicheren Unterschied zur Bank A mit monatlicher Gutschrift der Tagesgeld Zinsen.

Wie wichtig sind Zinseszinsen beim Tagesgeld?

Das obige Beispiel ist bewusst mit einer recht hohen Kapitalanlage und hohen Tagesgeld Zinsen dargestellt. Das soll verdeutlichen, dass Zinseszinsen zwar ein netter Nebeneffekt sind, mehr aber auch nicht. Bei 30.000 EUR angelegter Summe und 4,50% Tagesgeld Zinsen beträgt der Unterschied im Ertrag lediglich 28,20 EUR zwischen Bank A mit monatlicher und Bank C mit jährlicher Zinsgutschrift. Legt man weniger Kapital an und ist der Tagesgeld Zinssatz niedriger, wird der betragsmäßige Unterschied entsprechend geringer.

Höhere Tagesgeld Zinsen statt Zinseszinsen

Hat man als Anleger die Wahl zwischen zwei Tagesgeldkonten mit sonst gleichen Bedingungen, aber unterschiedlichen Zinsintervallen, sollte man sich für das Angebot mit häufigeren Zinsgutschriften entscheiden. Liegt der reguläre Zinssatz eines Angebotes jedoch über dem des anderen, kann man den Zinseszins-Effekt vernachlässigen und sollte sich für das Konto mit höheren Tagesgeld Zinsen entscheiden.

Zinseszinsen auch beim Festgeld möglich

Auch beim Festgeld kommen Zinseszinsen zum Tragen. Werden die Zinsen einer mehrjährigen Festgeldanlage zum Jahresende gutgeschrieben, werden diese im neuen Jahr automatisch mitverzinst. Einige Banken schreiben die Zinsen für Festgeld auch monatlich gut, so dass der Zinseszins-Effekt am besten zur Geltung kommt.

TAGESGELDZINSEN
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