Arbeitnehmer Pauschbetrag – Werbungskostenpauschale nach § 9a EStG

Arbeitnehmer Pauschbetrag – Werbungskostenpauschale nach § 9a EStG

Der Arbeitnehmerpauschbetrag zählt zu den pauschalen Werbungskosten, die nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) jedem Arbeitnehmer gewährt werden. Dies bedeutet, dass bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit nach § 19 EStG ein pauschaler Abzug von 1.000 Euro nach § 9a Nr. 1 EStG ohne weitere Nachweise vorgenommen werden kann. Diese Pauschale wird jedem Arbeitnehmer gewährt, sofern keine höheren Werbungskosten nachgewiesen werden.

Anhebung des Arbeitnehmer Pauschbetrages ab 2011

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, der auch unter dem Begriff Werbungskostenpauschale bekannt ist, wurde durch das Gesetz zur Steuervereinfachung 2011 von bisher 920 Euro auf 1.000 Euro angehoben. Trotz dessen, dass dies erst recht spät im Jahr 2011 erfolgte, da das Steuervereinfachungsgesetz 2011 erst durch den Vermittlungsausschuss musste und das Gesetz erst im September 2011 verabschiedet werden konnte, wird der Arbeitnehmer-Pauschbetrag rückwirkend für das gesamte Jahr 2011 gewährt. Arbeitnehmer können jetzt aber noch nicht mit den geringfügigen Auswirkungen rechnen, da diese erst mit der Dezember Abrechnung erfolgen.

Verlauf der Höhe der Werbungskostenpauschale

In der folgenden Tabelle können Sie die Höhe des Werbungskostenpauschbetrages nach den jeweiligen Veranlagungszeiträumen entnehmen. Im Jahreswechsel zwischen 2001 und 2002 erfolgte die Währungsumstellung von der Deutschen Mark (DM) auf den Euro.

Veranlagungsjahr(e) ab 2011 2004 – 2010 2002 – 2003 bis 2001
Betrag 1.000 Euro 920 Euro 1.044 Euro 2.000 DM

Für die Jahre 2012 sowie 2013 sind keine Änderungen vorgesehen, so dass auch weiterhin mit einem Arbeitnehmer-Pauschbetrag vom 1.000 Euro gerechnet werden muss.

Werbungskosten über dem Arbeitnehmer Pauschbetrag

Wie bereits angedeutet, benötigt das Finanzamt für die Werbungskostenpauschale keine Nachweise, aus diesem Grund wird die Pauschale automatisch bei der Erstellung der Steuererklärung abgezogen. Ein Feld im Steuerformular gibt es hierfür nicht.

Bei der Steuererklärung macht es nur Sinn, Werbungskosten einzutragen, wenn diese die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro überschreiten, da diese sonst keine steuermindernden Auswirkungen haben. Für höhere Werbungskosten als den Arbeitnehmer-Pauschbetrag verlangt das Finanzamt allerdings Nachweise (außer für die Pendlerpauschale mit 0,30 Euro für die einfache Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte).

Wer also berufsbedingte Kosten geltend machen möchte, wie z.B. Kosten der Doppelten Haushaltsführung, Arbeitszimmer, Abschreibungen für notwendige Arbeitsmittel etc., sollte hier Belege aufheben und diese der Steuererklärung zur Anlage N beifügen, damit die Kosten über dem Arbeitnehmer Pauschbetrag geltend gemacht werden können.

Wichtig dabei: Bei den Werbungskosten gilt das Abflussprinzip, was bedeutet, dass die Werbungskosten in dem Veranlagungszeitraum geltend gemacht werden können, in dem sie tatsächlich geflossen sind. Es ist also ratsam zu überlegen, wann berufsbedingte Kosten anfallen, da man damit gezielt den Werbungskosten Abzug steuern kann. Schafft man also beispielsweise einen notwendigen Computer oder Laptop an, der in der Regel auf drei Jahre (36 Monate) abgeschrieben wird, ist es vorteilhafter, dies zu Jahresbeginn und nicht erst zum Jahresende zu machen.

Automatische Berücksichtigung beim Lohnsteuerabzug

Der Arbeitnehmerpauschbetrag wird beim Lohnsteuerabzug automatisch berücksichtigt, genauso wie der Sonderausgabenpauschbetrag und die Vorsorgepauschale. Die Lohnsteuer, die beim Arbeitnehmer auf der Gehaltsabrechnung abgezogen wird, ist bereits um diese beiden Werte, monatlich anteilig, bereinigt.

Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte

Um nicht erst bis zum Jahresende zu warten, um eine „Steuererstattung“ zu erhalten, können Arbeitnehmer auf ihrer Lohnsteuerkarte einen Freibetrag eintragen lassen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Werbungskosten im letzten Veranlagungszeitraum den Arbeitnehmerpauschbetrag überschritten haben. Wie hoch die tatsächlichen Werbungskosten im letzten Veranlagungszeitraum gewesen sind, kann dem letzten Steuerbescheid entnommen werden.

Änderungen auf der Lohnsteuerkarte können beim Finanzamt eingetragen werden und gelten ab dem Folgemonat nach der Eintragung. Wird also eine Eintragung im Mai eines Jahres vorgenommen, so gelten die Änderungen ab Juni. Dies gilt nicht nur für Einträge von Freibeträgen, sondern auch für Lohnsteuerklassenwechsel oder Kinderfreibeträge.

Weitere pauschale Werbungskosten

Neben dem Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro sieht das EStG weitere pauschale Werbungskosten vor. Zum Einen sind es 102 Euro nach § 9a Nr. 1 b), soweit es sich um Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit im Rahmen von Versorgungsbezügen nach § 19 Abs. 2 EStG handelt. Zum Anderen ebenfalls 102 Euro nach § 9a Nr. 3 EStG für sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG.