Discountzertifikate

Zertifikate mit Sicherheitspolster

Discount-Zertifikate eignen sich besonders für vorsichtige Anleger, da sie mit einem Abschlag auf den eigentlichen Wert herausgegeben werden. Der Anleger zahlt also weniger als die Anlage wert (z.B. 90% vom Basiswert) ist und verschafft sich so ein Sicherheitspolster. Steigt der Basiswert des Discount-Zertifikats, profitiert der Anleger im Gegenzug nicht unbegrenzt von der Basiswerterhöhung, da diese durch den den so genannten „Cap“ begrenzt ist, der die Obergrenze bildet.

Funktionsweise von Discount-Zertifikaten

Nehmen wir an, ein Discountzertifikat mit einer Laufzeit von drei Jahren bezieht sich auf den Wert der Aktie X, der zur Markteinführung des Zertifikats bei 100€ liegt. Für das Discountzertifikat zahlt ein Anleger dann beispielsweise nur 90% dieses Wertes, was im Beispielfall einen Preis von (90% von 100€) 90 Euro bedeutet. Der Inhaber des Discountzertifikats bekommt durch den reduzierten Kaufpreis daher selbst dann eine Rendite, wenn der Wert der Aktie X am Laufzeitende des Zertifikats bei beispielsweise 95€ liegt und damit etwas gesunken ist.

Discountzertifikate haben allerdings den Nachteil, dass der Anleger nicht unbegrenzt von einem steigenden Basiswert (hier der Aktie X) profitiert. Der so genannte Cap bildet eine Obergrenze.

Bleiben wir beim Beispiel. Das Discountzertifikat mit einer Laufzeit von drei Jahren hat als Basiswert, an dem es sich orientiert, die Aktie X mit einem Wert von 100€ und wird für 90€ gekauft (Kosten bleiben beim Beispiel unberücksichtigt). Der Cap wird bei 110€ festgesetzt. Das bedeutet dann:

  • Auch wenn der Wert der Aktie X innerhalb der drei Jahre fällt: Der Inhaber des Discountzertifikats erhält eine Rendite, solange der Wert der Aktie X am Fälligkeitstag des Zertifikats nicht beim Kaufpreis (hier 90€) oder darunter liegt.
  • Die maximal mögliche Rendite wird beim Discountzertifikat allerdings durch den Cap begrenzt (hier: 110€). Mehr als (Cap 110€ minus Kaufpreis 90€) fünfzehn Euro Rendite sind also nicht möglich. Das gilt auch, wenn der Wert der Aktie X am Ende der Zertifikatslaufzeit bei mehr als 110€ liegt.

Discountzertifikate können sich nicht alleine auf einzelne Aktien als Basiswert beziehen, sondern beispielsweise auch auf Aktienindizes (z.B. den DAX), auf Rohstoffe oder Währungen. Sie müssen zudem nicht zwangsläufig eine begrenzte Laufzeit besitzen, sondern können auch unbegrenzt laufen.

Varianten der Discountzertifikate

Bei einem Discountzertifikat kann der Cap durchaus auch deutlich unterhalb des Basiswerts liegen. Nehmen wir an, das Discountzertifikat wird zu einem Preis von 70% von einem Hundertstel des DAX gehandelt. Liegt der DAX etwa bei 7.000 Punkten, dann beträgt der Einstiegspreis für das Discountzertifikat: 70% von (7000/100) = 49€. Nehmen wir an, der Cap wird dann bei 55€ angesetzt. In diesem Fall erhält der Anleger also maximal 55€ für sein Discountzertifikat. Wird der Cap weit unter den Basiswert gesetzt, spricht man auch von einem Deep-Discount-Zertifikat.

  • Da der DAX aktuell bei 7000 liegt und man bei der Rückgabe des Zertifikats ohne Cap bei diesem DAX 70€ erhalten würde (7000 / 100), ist der Cap bei 55€ natürlich ein Manko. Andererseits bildet der Ausgangswert des Zertifikats von 70 € ein solides Polster. Der DAX könnte von 7.000 auf 5.500 Punkte fallen, ohne dass die Maximalrendite beeinträchtigt wird.
  • Gleichzeitig könnte der DAX gar auf 4.900 Punkte fallen, ohne dass der Anleger einen Verlust macht (mögliche Nebenkosten des Zertifikats bleiben bei dieser Rechnung unberücksichtigt). Berücksichtigt man Nebenkosten mit, so würde der Anleger bereits bei einem etwas über 4.900 Punkte liegenden DAX in die Verlustzone fallen. Dennoch: Dem Anleger bleibt ein solides Finanzpolster, ehe er mit seinem Discount-Zertifikat in die Verlustzone rutschen würde.
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Neben den Deep-Discount-Zertifikaten gibt es weitere Varianten, beispielsweise:

Discount Plus Zertifikate

Diese Discountzertifikate funktioniert prinzipiell wie klassische Discountzertifikate, allerdings mit einer Ausnahme: Neben dem Abschlag beim Kaufpreis und dem Cap existiert hier auch eine so genannte Barriere wie beispielsweise bei Bonuszertifikaten. Die Barriere bietet einen Vorteil für den Anleger. Solange die Barriere hält, erhält der Inhaber des Zertifikats bei der Rückgabe an die Bank einen Bonus. Ein Beispiel dafür: Der Basiswert (die Beispielaktie X) liegt anfangs bei 100€; das sich auf den Basiswert beziehende Discountzertifikat wird zum Preis von 90% dieses Wertes, also zu 90€ verkauft. Definiert werden zugleich ein Cap von 120€ und eine Barriere von 80€. Nun gilt Folgendes:

  • Solange der Wert der Aktie X nicht auf oder unter 80€ sinkt, erhält der Inhaber des Discountzertifikats am Ende der Laufzeit den festgelegten Cap (im Beispiel: 120€) ausbezahlt.
  • Der Cap definiert zugleich die Obergrenze der Rendite. Steigt der Wert der Aktie X etwa bis zum Ende der Zertifikatslaufzeit auf 140€, so bekommt der Inhaber des Zertifikats dennoch „nur“ 120€ ausbezahlt.
  • Sinkt der Wert der Aktie X während der Laufzeit des Zertifikats nur ein einziges Mal auf oder unterhalb die Barriere, verfällt die Bonusregel. Das bedeutet: Ab dann erhält der Inhaber des Zertifikats nur noch den aktuellen aus dem Aktienwert errechneten Wert des Zertifikats ohne Bonus ausbezahlt.

Discount Plus Pro Zertifikate

Discount Plus Pro Zertifikate gehen noch einen Schritt weiter als Discount Plus Zertifikate. Die Barriere gilt hier erst ab einem bestimmten Zeitpunkt.

Beispiel: Angenommen, das sich auf den Wert der Aktie X beziehende Discountzertifikat läuft über einen Zeitraum von zwei Jahren und die Barriere gilt erst ab drei Monate vor Ende der Laufzeit. Wir nehmen dabei wiederum ein Cap von 120€ und eine Barriere von 80€ an. Beim Discount Plus Pro Zertifikat ist es dann 21 Monate lang egal, wie tief der Wert der Aktie X sinkt. Die Barriere bricht nicht und der Anspruch auf die Zahlung von 120€ bleibt erhalten.

Erst in den letzten drei Monaten wird die Barriere (hier: 80€) relevant. Liegt der Basiswert (hier: Wert der Aktie X) innerhalb dieses Zeitraums auch nur einmal auf oder unterhalb der Barriere, verfällt der Bonus. Für ein Zertifikat mit dem aktuellen Wert von 110€ würde man dann auch nur 110€ erhalten und nicht 120€, die bei noch ungebrochener Barriere fällig wären.

Rolling Discountzertifikate

Rolling Discountzertifikate sind Discountzertifikate ohne feste Laufzeiten. Die jeweiligen für den Kauf des Zertifikats geltenden Abschläge auf den Basiswert werden regelmäßig neu berechnet, was unter „rolling“ zu verstehen ist.

Risiken und Chancen beim Discountzertifikat

Die Ertragschancen werden beim Discountzertifikat durch den Cap begrenzt. Die Höhe dieses Caps bestimmt also wesentlich die mögliche Rendite. Wer mit einem Zertifikat also beispielsweise auf eine Aktie setzt, bei der er einen großen Wertzuwachs erwartet, entscheidet sich eventuell besser für ein Zertifikat ohne Cap.

Gut beim Discountzertifikat ist der Abschlag auf den Basiswert. Er ist eine Art Sicherheitspuffer und sorgt dafür, dass der Inhaber des Zertifikats auch bei leicht fallendem Basiswert noch eine Rendite erhält. Discountzertifikate sind also etwas für eher vorsichtige Anleger. Komplett risikolos sind sie allerdings nicht. Wer weniger Risiko bevorzugt, setzt besser auf festverzinsliche Wertpapiere. Die Rendite ist hier allerdings in der Regel niedriger als die mögliche Rendite bei einem Discountzertifikat.

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