Funktionsweise und Besonderheiten

von Zertifikaten

Zertifikate sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen, die beispielsweise von Banken ausgegeben werden. Der Emittent, also derjenige, der das Zertifikat ausgibt, verpflichtet sich gegenüber dem Besitzer des Zertifikats zum Beispiel zu einer finanziellen Zahlung an einem bestimmten Zeitpunkt. Die genauen Bedingungen sind von Schuldverschreibung zu Schuldverschreibung verschieden.

Zu den Schuldverschreibungen zählen Bundesobligationen: Man stellt der Bundesrepublik Deutschland Geld zur Verfügung und bekommt sein Geld nach fünf Jahren mitsamt Zinsen zurück. Bei Zertifikaten funktioniert die Sache etwas anders. Man könnte beispielsweise ein Zertifikat kaufen, dessen Wert bei einem Hundertstel des DAX liegt.

Funktionsweise von Zertifikaten

Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, das sich immer auf einen so genannten Basiswert bezieht. Der Basiswert kann beispielsweise ein Aktienindex sein, der die Wertentwicklung festgelegter Aktien in einer Zahl ausdrückt. Beispiel dafür ist der DAX: Er ist eine Kennzahl für die Wertentwicklung von Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland. Bezieht sich ein Zertifikat auf die Entwicklung des DAX, so ist sein eigener Wert unmittelbar von der Höhe des DAX abhängig. Dabei gibt es nicht nur Zertifikate mit dem DAX als Basiswert, bei denen der Besitzer ausschließlich von einem steigenden DAX profitiert.

Der Basiswert eines Zertifikates muss aber nicht nur aus einem Aktienindex besteheen. Auch einzelne Aktien oder Aktienindizies können den Basiswert für ein Zertifikat bilden.

Das Risiko ist bei Zertifikaten höher als etwa bei festverzinslichen Wertpapieren und unterscheidet sich auch bei verschiedenen Arten von Zertifikaten erheblich.

Beispielrechnung zu Zertifikaten

Nehmen wir an, ein Anleger erwartet in Zukunft einen ansteigenden DAX. Dann könnte er natürlich die Aktien, die den DAX bilden, einzeln kaufen. Bestünde der DAX also zu jeweils 30 Prozent aus dem Wert der Aktien A und B und zu jeweils 20 Prozent aus dem Wert der Aktien C und D (zusammen 100%), würde der Anleger beispielsweise jeweils 300 Aktien A und B und jeweils 200 Aktien C und D kaufen. Das ist natürlich etwas aufwändig.

  • Als Alternative könnte der Anleger Anteile eines Indexfonds kaufen. Dessen Vermögen besteht aus den Aktien, deren Werte gemeinsam den DAX bilden.
  • Eine weitere Alternative sind Zertifikate, die sich auf den DAX beziehen.

Liegt der aktuelle DAX bei einem Wert von 7.000, dann liegt der Preis von einem Zertifikat, das 1/100 des Wertes vom DAX besitzt, bei 70€ (7.000 / 100). Steigt der DAX auf 7.200, so steigt der Wert des Zertifikats entsprechend auf 72€. Sinkt der DAX auf 6.800, liegt der Wert des Zertifikats bei 68€.

Der Wert des Zertifikats korrespondiert in diesem Fall also unmittelbar mit dem DAX. Der DAX ist hier der Basiswert für das Zertifikat. Steigt der Basiswert, steigt in der Regel auch das Zertifikat im Wert.

Besonderheiten von Zertifikaten

Je nach Art des erworbenen Zertifikats kann der Anleger sich auch dann möglicherweise auf einen Gewinn freuen, wenn der Basiswert sinkt oder gleich bleibt. Das ist beispielsweise bei so genannten Bonus-Zertifikaten der Fall. Der Privatanleger mit einem Bonus-Zertifikat, das den DAX als Basiswert hat, erhält möglicherweise selbst dann eine Rendite, wenn der DAX sinkt.

Basiswert des Zertifikats

Der DAX ist einer von vielen möglichen Basiswerten, auf die sich Zertifikate beziehen können. Daneben taugen alle möglichen anderen Aktienindizes als Basiswert: also etwa der Dow Jones oder der MSCI. Basiswert können neben einem Aktienindex aber beispielsweise auch ein Rohstoffindex, ein einzelner Fonds, eine einzelne Aktie, eine Währung oder Anderes sein. Das Grundprinzip ist dabei immer gleich:

Die Wertentwicklung des Zertifikats ist abhängig von der Entwicklung des Basiswerts.

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