Garantiezertifikate

Zertifikate mit Kapitalgarantie

Die ideale Geldanlage bringt hohe Renditen bei maximaler Sicherheit, leider gibt es diese nicht. Daran ändern auch Garantiezertifikate nichts. Diese gewährleisten zwar, dass der Anleger immer wenigstens das eingesetzte Kapital zurück erhält, dafür ist die maximale Rendite eines Garantiezertifikats jedoch begrenzt.Voraussetzung für diese Kapitalgarantie ist, dass der Anleger das Zertifikat bis zum Ende der Laufzeit hält. In der Regel verzichtet er während der Laufzeit auf Kurschancen und Dividenden. Dennoch sind Garantiezertifikate sehr beliebt bei deutschen Anlegern.

Das wiederum ist schwer zu verstehen, schaut man sich Garantiezertifikate näher an. Der Anleger zahlt bei Ausgabe stets einen hohen Aufschlag. Dieser ist immer verloren und wird auch von der Kapitalgarantie nicht gedeckt. Garantiezertifikate laufen stets über mehrere Jahre und partizipieren nur selten von mehr als 20 Prozent Kurssteigerung. Damit sinken die maximal zu erzielenden jährlichen Renditen auf Tagesgeld Niveau.

Andererseits müssen Kursgewinne aus Garantiezertifikaten voll versteuert werden, da diese als Finanzinnovationen gelten. Weder die 12monatige Spekulationsfrist noch das Halbeinkünfteverfahren findet Anwendung. Im Wesentlichen garantieren Garantiezertifikate nur der ausgebenden Bank einen attraktiven Gewinn.

Besonders problematisch sind Produkte, die nur 80 oder 90 % des eingesetzten Kapitals absichern. Unzureichende Schulungen vieler Berater sind diesbezüglich eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Anleger. Zudem berechnet sich die Höhe der Rückzahlung bei einigen Produkten anhand verschiedener Durchschnittskurse. Gerade wenn diese vor allem zu Beginn der Laufzeit genommen werden, ergibt sich ein klarer Renditenachteil für den Anleger.

Garantieprodukte selber basteln

Anleger die selbst für Ihre Depotabsicherung sorgen, sind wesentlich besser bedient. Möglich ist das beispielsweise durch ein simples Rechenspiel. Nehmen wir an, Sie möchten 20.000 Euro bei voller Kapitalgarantie über 5 Jahre investieren. Nun müssen Sie nur noch ermitteln, wie hoch die maximal erzielbare Rendite eines sicheren Produkts in diesem Zeitraum ist. Im Fallbeispiel Tagesgeld erhalten Sie derzeit 4,25% pro Jahr. Die über den Zeitraum von 5 Jahren erzielte Rendite berechnet sich, indem Sie 1,0425 hoch 5 rechnen. Das entspricht 1,231, bedeutet also 23,1% Rendite.

Wenn Sie nun die verfügbaren 20.000 Euro durch die ermittelten 1,231 teilen, erhalten Sie den Betrag, den Sie festverzinslich anlegen müssen. In dem Fall rund 16.250 Euro. Die restlichen 3.750 Euro können Sie nun in Wertpapiere oder Fonds investieren. Selbst bei einem Totalverlust dieser Summe erhalten Sie nach den 5 Jahren wieder Ihre 20.000 Euro zurück.

Die kompliziertere Variante der Depotabsicherung lässt sich über Optionsscheine, Futures und natürlich auch über Hebelzertifikate abbilden. Da bei der Werterrechnung von Optionsscheinen die Volatilität und die Restlaufzeit eine erhebliche Rolle spielen, können Hebelzertifikate die deutlich günstigere Variante sein. Futures machen nur dann Sinn, wenn das Depot einen Index abbildet, auf den auch ein Future handelbar ist. Bei der Depotabsicherung mit Hebelzertifikaten begrenzt der Anleger Verluste, indem er sich die Hebelwirkung zu Nutze macht.

An einem Beispiel: Der Anleger geht auf Grund der aktuellen Entwicklungen von einem bestimmten Kursrückgang aus und möchte diesen absichern. Nun sucht er sich ein Put Hebelzertifikat, dessen Basiswert weitestgehend der Depotzusammensetzung entspricht. Einen kleinen Teil seiner Geldanlage schichtet er in dieses Zertifikat um. Fallen nun die Kurse der im Depot enthaltenen Werte, steigt der Wert des Hebelzertifikats an. Da das Hebelzertifikat dank des Hebels eine wesentlich höhere prozentuale Kursveränderung erfährt als die Werte im Depot, muss der Anleger nur einen kleinen Teil seines Depotwerts zur Absicherung nutzen. Je nach Konstruktion des Zertifikats kann der Anleger dann bis zu einem bestimmten Kursrückgang sogar Gewinne realisieren.

Nachteil dieser Form der Absicherung ist, dass sie kostspielig werden kann. Steigt der Basiswert des Hebelzertifikats an, verfällt dieses wertlos. Der Anleger opfert also einen Teil seiner Rendite zu Gunsten der Sicherheit seines Depots.

Sinn kann dieses Vorgehen beispielsweise dann machen, wenn die Titel im Depot zwar Gewinne erzielt haben, jedoch noch nicht außerhalb der Spekulationsfrist sind. In diesem Falle ist es besser, einen kleinen Teil der Rendite zu opfern, als die Steuern zu zahlen.

Die Depotabsicherung mit Hebelzertifikaten verlangt jedoch einige mathematische und produktspezifische Kenntnisse. Die Absicherung mit Futures und Optionen ist nur den versierten Anlegern zu empfehlen, die mit den Begriffen Beta, Vola und Delta etwas anfangen können.

Unerfahrenen Anlegern ist es eher zu empfehlen, Kursgewinne zuweilen mitzunehmen und in risikoärmere Anlagen umzuschichten. Auch die Wahl eines Bonuszertifikats mit Absicherungsschwelle ist keine schlechte Wahl.

Wertpapierdepot Vergleich:

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