Baukindergeld – Immobilienförderung für Familien – KfW

Baukindergeld – Immobilienförderung für Familien – KfW

Dank dem neuen Baukindergeld erhalten Familien mit Kindern seit dem 18. September 2018 eine Förderung für den Erwerb einer Immobilie. Bei einem Kind winken der Familie bis zu 12.000 Euro Förderung. Übrigens: Auch, wenn der Name der neuen Förderung vermuten lässt, dass nur Neubauten gefördert werden –  zwischen einem Neubau und dem Kauf einer Immobilie wird beim Baukindergeld nicht unterschieden!

Welche Familien sich unter welchen Voraussetzungen über das Baukindergeld freuen dürfen, was es zu beachten gibt und wie der Antrag gestellt wird, haben wir im Ratgeber für Sie zusammengefasst.

Zuschuss 424 – Baukindergeld: Was, Wie, Wo?

Was ist das Baukindergeld?

Mit dem Baukindergeld (Zuschuss 424) werden Familien mit Kindern gefördert, die erstmals in Deutschland ein Eigenheim (Haus oder Wohnung) kaufen oder bauen, um selbst darin zu wohnen.

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind erhalten für den Kauf oder den Bau einer Immobilie maximal zehn Jahre lang 1.200 Euro pro Jahr und Kind. So ergibt sich nach zehn Jahren bei einem Kind eine Förderung von insgesamt 12.000 Euro. Leben zwei Kinder im Haushalt, verdoppelt sich die Summe auf 24.000 Euro.

Die Förderungssumme ist nicht gedeckelt, sodass sich das Baukindergeld mit jedem (bei Antragsstellung geborenen und im Haushalt lebenden) Kind um jeweils 1.200 Euro pro Jahr erhöht.

Die Förderungssumme wird jährlich ausgezahlt.

Ab wann steht es zur Verfügung?

Seit dem 18. September 2018 können Familien das Baukindergeld beantragen. Familien, die vorher – in 2018 – eine Immobilie erworben haben, können das Baukindergeld noch rückwirkend für Immobilienkäufe ab dem 01. Januar 2018 beantragen. Ausschlaggebend ist hier der Zeitpunkt der Baugenehmigung bzw. das Datum des notariellen Kaufvertrags.

Bis wann wird es das Baukindergeld geben?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass das Baukindergeld für Baugenehmigungen/Kaufverträge, die bis Ende 2020 genehmigt bzw. abgeschlossen wurden, bis zum 31.12.2023 beantragt werden kann.

Wo kann der Antrag gestellt werden?

Der Antrag kann ausschließlich online bei der KFW-Bankengruppe gestellt werden: www.kfw.de.

Wann wird der Antrag auf Baukindergeld gestellt?

Der Antrag auf Baukindergeld kann leider nicht vor der Baufinanzierung gestellt werden. Erst nach dem Einzug in die Immobilie ist dies frühestens möglich. Aber Achtung: Für die Antragsstellung bleiben dann nur drei Monate Zeit, denn spätestens drei Monate nach Einzug muss der Antrag auf den Zuschuss 424 (Baukindergeld) spätestens gestellt werden.

Voraussetzungen für das Baukindergeld

Wer hat ein Anrecht auf die Förderung?

Familien mit mindestens einem Kind sowie Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, die erstmals eine Immobilie erwerben oder neu bauen.

Welche Voraussetzungen muss die Familie für das Baukindergeld erfüllen?

  • Bei Antragsstellung muss mindestens ein Kind unter 18 Jahren im gemeinsamen Haushalt leben. Wichtig: Für dieses Kind muss ein Anspruch auf Kindergeld bestehen.
  • Die Familie muss erstmals eine Immobilie in Deutschland erwerben. Zwischen dem Bau oder den Kauf eines Eigenheims sowie zwischen Wohnung und Haus wird hierbei nicht unterschieden.

Ausnahme Erstimmobilie

Wenn einer der beiden Partner vor der Partnerschaft ALLEINE eine Immobilie erworben und diese vermietet hat, nun aber beide Partner mit Kind GEMEINSAM ihre erste Immobilie erwerben möchten, besteht Anspruch auf das Baukindergeld.

  • Die Familie muss selbst Eigentümer der Immobilie sein oder zu mindestens 50 % Miteigentümer sein.
  • Die Familie muss selbst in dieser Immobilie leben.
  • Das zu versteuernde Haushaltseinkommen darf bei einem Kind 90.000 Euro nicht überschreiten. Für jedes weitere Kind erhöht sich das maximale Haushaltseinkommen um 15.000 Euro.
    Wichtig: Für die Berechnung des Haushaltseinkommens ist der Durchschnitt aus den zu versteuernden Einkommen des zweiten und dritten Jahres vor Antragsstellung maßgeblich. Wird der Antrag in 2018 gestellt, ist das Durchschnittseinkommen aus 2015 und 2016 maßgebend.

Was passiert, wenn das Kind im Förderungszeitraum über 18 Jahre alt wird und/oder auszieht?

Eine wichtige Vorrausetzung für das Baukindergeld ist, dass mindestens ein Kind unter 18 Jahren im Haushalt lebt. Wenn dieses Kind im Förderungszeitraum volljährig wird und vielleicht sogar auszieht, wirkt sich dies jedoch nicht negativ auf die Förderung aus. Die nach Antragsstellung zugesicherte Förderung sowie der zugesicherte Förderungszeitraum verlieren durch die Volljährigkeit eines Kindes also keine Gültigkeit.

Was passiert, wenn die Immobilie im Förderungszeitraum verkauft oder aus anderen Gründen nicht mehr selbst genutzt wird?

Es ist wichtig, dass die Familie die geförderte Immobilie im gesamten Förderungszeitraum selbst nutzt. Sollte die Immobilie im Förderungszeitraum verkauft oder vermietet werden, erlischt der Anspruch auf das Baukindergeld mit sofortiger Wirkung. In diesem Fall ist die KFW-Bank unverzüglich darüber zu informieren.

Erhöht sich das Baukindergeld, wenn nach Antragsstellung ein weiteres Kind geboren wird?

Zur Berechnung der Förderungssumme werden lediglich die Kinder anerkannt, die bei Antragsstellung tatsächlich geboren sind und im Haushalt leben. Werden nach Antragsstellung weitere Kinder geboren, werden diese nicht berücksichtigt. Das Baukindergeld wird im gesamten Förderungszeitraum nicht mehr angepasst.

Wichtiges zur Antragsstellung

Welche Nachweise müssen bei Antragsstellung erbracht werden?

  • Die Eltern bzw. Alleinerziehenden müssen die Einkommenssteuernachweise des zweiten und dritten Jahres vor Antragsstellung vorlegen, um das Haushaltseinkommen nachzuweisen.
  • Die Meldebescheinigungen aller im Haushalt lebenden Personen müssen eingereicht werden. So ist sichergestellt, dass Eltern und Kinder tatsächlich in der Immobilie leben. Außerdem kann so nachgewiesen werden, wie viele Kinder tatsächlich im Haushalt leben.
  • Ebenfalls relevant ist der Auszug des Grundbuchs. Denn die Familie muss zu mindestens 50 % Eigentümer der Immobilie sein.