Beitragsbemessungsgrenze & Versicherungspflichtgrenze 2021

Die Beitragsbemessungsgrenze sowie die Versicherungspflichtgrenze sind, wie die Namen bereits schon sagen, Grenzwerte für die Sozialversicherung. Die Versicherungspflichtgrenze stellt dabei den Betrag fest, ab dem die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse und Pflegeversicherung entfällt. Die Beitragsbemessungsgrenze dagegen ist der Höchstbetrag, der als Beitragsbemessung für die Sozialabgaben der gesetzlichen Versicherung gilt.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) dient der Deckelung der abzuführenden Sozialbeiträge für die gesetzliche

  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Wird ein monatliches oder jährliches Bruttogehalt überschritten, werden die Beiträge mit ihrem prozentualen Anteil nur vom Höchstbetrag, der Beitragsbemessungsgrenze, berechnet und nicht vom vollen Bruttogehalt.

Somit zahlen Arbeitnehmer, die mit Ihrem Verdienst oberhalb der Grenzen liegen, einen prozentual geringeren Anteil in das öffentliche System der Sozialversicherungen, da die übersteigende Differenz versicherungsfrei bleibt.

Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenkassen und Pflegeversicherung ist nicht zu verwechseln mit der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze), die bis zum Jahre 2002 identisch waren.

Was ist die Versicherungspflichtgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze regelt die Pflicht zur Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (und Pflegeversicherung). Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttogehalt oberhalb der Höchstwerte gelten er als versicherungsfrei (siehe Wechsel von GKV in PKV). Das bedeutet, sie können sich weiterhin bei der gesetzlicher Krankenkasse bleiben oder sich wahlweise in der privaten Krankenversicherung versichern. Ein Bruttoentgelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze sieht eine verpflichtende Versicherung im gesetzlichen Sozialversicherungssystem vor.

Beitragsbemessungsgrenze Definition

Stellt den Höchstbetrag dar, von welchem die Beiträge zur Sozialversicherungen berechnet werden.

Versicherungspflichtgrenze Definition

Stellt den Mindestbetrag dar, ab welchem es Arbeitnehmern möglich ist, sich privat zu versichern.

Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Zur Information: Der allgemeine Beitragssatz zur Krankenversicherung beträgt 14,60% (Arbeitnehmer: 7,30%/ Arbeitgeber: 7,30%) und der ermäßigte 14,00% (AN: 7,00%/ AG: 7,00%). Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt 3,05% und ist jeweils hälftig von AN und AG zu zahlen. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen noch 0,25% Prozentpunkte zusätzlich, also einen Beitragssatz von 3,30%.

 BeitragsbemessungsgrenzeVersicherungspflichtgrenze
(Jahresarbeitsentgeltgrenze)
Jahrmonatlichjährlichmonatlichjährlich
20214.837,50 EUR58.050 EUR5.362,50 EUR64.350 EUR
20204.687,50 EUR56.250 EUR5.212,50 EUR62.550 EUR
20194:537,50 EUR54.450 EUR5.062,50 EUR60.750 EUR
20184.425,00 EUR53.100 EUR4.950,00 EUR59.400 EUR
20174.350,00 EUR52.200 EUR4.800,00 EUR57.600 EUR
20164.237,50 EUR50.850 EUR4.687,50 EUR56.250 EUR
20154.125,00 EUR49.500 EUR4.575,00 EUR54.900 EUR
20144.050,00 EUR48.600 EUR4.462,50 EUR53.550 EUR
20133.937,50 EUR47.250 EUR4.350,00 EUR52.200 EUR
20123.825,00 EUR45.900 EUR4.237,50 EUR50.850 EUR
20113.712,50 EUR44.550 EUR4.125,00 EUR49.500 EUR

Beispiel Beitragsbemessungsgrenze (2021):

  • Monatlicher Bruttoverdienst: 5.000,00 EUR
  • Beitrag zur Krankenversicherung: 14,60%
  • Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung: 3,05%

Der Beitrag wird nicht prozentual vom Bruttoverdienst i.H.v. 5.000 EUR berechnet, sondern vom Höchstbetrag, den die Beitragsbemessungsgrenze vorgibt. Somit ist der übersteigende Betrag i.H.v. 162,50 EUR (5.000,00 EUR – 4.837,50 EUR) versicherungsfrei.

  • Berechnung Beitrag Krankenversicherung: 4.837,50 EUR x 14,60% = 706,28 EUR
  • Berechnung Beitrag Pflegeversicherung: 4.837,50 EUR x 3,05% = 147,54 EUR

Auch mit weiter steigendem Verdienst, bleiben diese Höchstbeiträge zur gesetzlichen Versicherung konstant.

Beitragsbemessungsgrenze Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung

Da die Einkommensverhältnisse in Ost- und West-Deutschland noch stark differieren, gelten auch unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Rentenversicherung sowie für die gesetzliche Arbeitslosenversicherung.

Zur Information: Der Beitragssatz zur Rentenversicherung beträgt 18,60% und ist jeweils zur Hälfte durch AN und AG zu übernehmen. Bei der Arbeitslosenversicherung liegt der Beitragssatzbei 2,40% und auch hier tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte.

 WestOst
JahrmonatlichjährlichMonatlichJährlich
20217.100 EUR85.200 EUR6.700 EUR80.400 EUR
20206.900 EUR82.800 EUR6.450 EUR77.400 EUR
20196.700 EUR80.400 EUR6.150 EUR73.800 EUR
20186.500 EUR78.000 EUR5.800 EUR69.600 EUR
20176.350 EUR76.200 EUR5.700 EUR68.400 EUR
20166.200 EUR74.400 EUR5.400 EUR64.800 EUR
20156.050 EUR72.600 EUR5.200 EUR62.400 EUR
20145.950 EUR71.400 EUR5.000 EUR60.000 EUR
20135.800 EUR69.600 EUR4.900 EUR58.800 EUR
20125.600 EUR67.200 EUR4.800 EUR57.600 EUR
20115.500 EUR66.000 EUR4.800 EUR57.600 EUR

Beitragsbemessungsgrenze in der Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Arbeitslosenversicherung entspricht nach § 341 Abs. 4 SGB III der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung.

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