Indexzertifikate

Zertifikate mit einem Index als Basiswert

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Indexzertifikate

Zertifikate, die einen bestimmten Index als Basiswert besitzen, werden Indexzertifikate genannt. Ein Indexzertifikat bezieht sich also 1:1 auf einen Kursindex. Dies könnte beispielsweise der DAX, also der Deutsche Aktienindex sein, der die Aktienwerte der 30 umsatzstärksten und größten Unternehmen Deutschlands spiegelt. Aber auch alle anderen Indexwerte können als Basiswert für Indexzertifikate dienen.

Das Prinzip der Indexzertifikate ist das einfachstmögliche bei den Zertifikaten: Sinkt der Wert des als Basiswert dienenden Index (etwa: des DAX), so sinkt auch der Wert des Indexzertifikats. Steigt der Index, steigt der Wert des Zertifikats. Genau umgekehrt funktionieren so genannte Reverse-Index-Zertifikate und Basketzertifikate sind wiederum eine andere Sache. Aber der Reihe nach!

Bleiben wir mit unserem Beispiel zu Indexzertifikaten, die sich am DAX orientieren. Der DAX ist in diesem Fall der Basiswert des Indexzertifikats (auch „Underlying“ genannt). Der Wert des Indexzertifikats entwickelt sich in unserem Beispiel also in dieselbe Richtung wie der DAX.

Angenommen der DAX liegt beim Start des Indexzertifikats bei 7000. Würde der Preis des auf den DAX bezogenen Indexzertifikats sich 1/1 am DAX orientieren, dann würde das Indexzertifikat 7000€ kosten. Das so genannte Bezugsverhältnis lässt den Preis jedoch sinken. Das Bezugsverhältnis wird in der Regel als 1/X ausgedrückt, wobei X für eine Zahl steht. Steht X etwa für 100, so liegt das Bezugsverhältnis bei 1/100. Das bedeutet: Liegt der DAX bei 7000, so liegt der Preis vom Indexzertifikat bei einem Hundertstel und damit bei 70€ (7000 / 100).

  • Steigt nun der DAX auf 7500, steigt auch der Wert des Indexzertifikats und zwar auf (7500 / 100) 75€.
  • Umgekehrt: Sinkt der DAX auf 6500, sinkt das Indexzertifikat auf (6500 / 100) 65€.

Risikostreuung und direkte Orientierung am Basiswert

Im Prinzip ist also wirklich alles ganz einfach. Natürlich muss sich ein Indexzertifikat nicht zwangsläufig am DAX orientieren. Andere Indizes taugen ebenso als Basiswerte, also etwa Aktienindizes wie der Dow Jones oder der Eurostoxx 50, aber auch Rohstoffindizes.

Gemeinsam sind den meisten Indexzertifikaten drei Merkmale, die sie ganz besonders charakterisieren:

Risikostreuung

Andere Zertifikate orientieren sich beispielsweise an einer einzigen Aktie und damit an der Entwicklung eines einzelnen Unternehmens. Ob das jeweilige Zertifikat eine Rendite einbringt oder nicht, ist dann ebenfalls von der Entwicklung des Einzelunternehmens abhängig. Auf Indizes zu setzen, die etwa die Wertentwicklung vieler verschiedener Aktien abbilden, ist im Allgemeinen weniger riskant. Man spricht hier von Risikostreuung.

Direkte Orientierung am Basiswert

Orientiert sich ein Indexzertifikat beispielsweise am DAX, so gelten klare Regeln. Steigt der DAX, so steigt auch die Rendite beim Indexzertifikat. Beim Reverse-Index-Zertifikat funktioniert die Sache genau umgekehrt. Sinkt der DAX, steigt die Rendite. Entwickelt sich der DAX allerdings anders als vom Anleger erwartet, verliert er Geld. Hier bieten andere Zertifikate mehr Sicherheiten, beispielsweise Bonuszertifikate, Discountzertifikate oder Twin-Win-Zertifikate. Bei ihnen kann der Anleger – abhängig von den jeweiligen Regeln, die beim Zertifikat gelten – durchaus bei steigenden wie bei fallenden Basiswerten (hier: DAX) auf eine Rendite hoffen.

Prinzipiell grenzenlose Gewinne und Totalverluste

Garantiezertifikate besitzen Sicherungsregeln für das vom Anleger investierte Geld. Das bedeutet: Der Anleger bekommt beispielsweise garantiert das von ihm investierte Geld  bei Rückgabe des Zertifikats zurück. Dafür „zahlt“ er im Allgemeinen damit, dass seine maximale Rendite beschränkt wird. Mehr als X Euro kann er also nicht mit seinem Garantiezertifikat verdienen. Reine Indexzertifikate sind im Allgemeinen anders. Zumindest theoretisch ist ein Totalverlust des eingesetzten Geldes möglich; dafür werden mögliche Gewinne in keiner Weise begrenzt.

Direkte Konkurrenten der Indexzertifikate auf dem Finanzmarkt sind Indexfonds, weil auch sie auf Indizes setzen. Anleger, die sich für Indexzertifikate interessieren, sollten sich die Geldanlage in Indexfonds daher als mögliche Variante überlegen.

Reverse-Index-Zertifikate und Basketzertifikate

Schauen wir uns die Reverse-Index-Zertifikate genauer an. Nehmen wir wiederum an, der DAX liegt bei 7000. Bei einem Bezugsverhältnis von 1/100 kostet das Reverse-Index-Zertifikat also 70€.

  • Sinkt der DAX nun etwa auf 6000, so wäre das klassische Indexzertifikat nur noch (6000 / 100) sechzig Euro wert und damit zehn Euro weniger als zuvor. Beim Reverse-Index-Zertifikat ist es genau umgekehrt. Hier steigt der Wert des Zertifikats in Abhängigkeit vom gesunkenen DAX. In unserem Fall steigt der Zertifikatswert also um zehn Euro.
  • Steigt der DAX auf 8000, so ergäbe sich daraus beim klassischen Indexzertifikat eine Wertsteigerung. Das Zertifikat wäre nun (8000/100) achtzig Euro wert, was einer Wertsteigerung von zehn Euro entspricht. Wiederum verhält sich das Reverse-Index-Zertifikat genau umgekehrt. Es sinkt bei steigendem DAX im Wert, statt zu steigen. Im Beispiel sinkt sein Wert um zehn Euro auf 60€.
  • Würde der DAX theoretisch auf 14000 steigen, so hätte der Anleger beim Reverse-Index-Zertifikat sein Geld verloren. Das ursprünglich für 70€ gekaufte Indexzertifikat wäre nun (14000/100) 140€ und damit 70€ mehr wert. Der Wert beim Reverse-Index-Zertifikat würde um 70€ auf 0 sinken.
  • Würde rein theoretisch der DAX auf 0 sinken, so ergäbe das für den Inhaber des Reverse-Index-Zertifikats maximale Rendite. Ein Indexzertifikat hätte dagegen siebzig Euro verloren und wäre nichts mehr wert. Das Reverse-Index-Zertifikat würde um 70€ im Wert steigen. Eine höhere Rendite wäre bei unserem beispielhaft ausgewählten Reverse-Index-Zertifikat nicht möglich.

Was sind Basketzertifikate?

Basketzertifikate orientieren sich nicht an einem Aktienindex, sondern an der Wertentwicklung von Aktien, die vom Herausgeber (Emittenten) des Zertifikats ausgewählt wurden. Der Emittent packt also beispielsweise und bildhaft ausgedrückt die Aktien der Unternehmen X, Y und Z in einen Korb und macht die Wertentwicklung seines Zertifikats davon abhängig, wie sich diese Aktien in seinem Korb entwickeln.

Einerseits sollte man beim Basketzertifikat deshalb etwas Vertrauen in die Kompetenz des Zertifikat-Herausgebers besitzen und ihm zutrauen, genau diejenigen Aktien für seinen Korb ausgewählt zu haben, die höchstwahrscheinlich im Wert steigen. Andererseits ist Vertrauen natürlich gut, eigene Einschätzung aber bisweilen besser. Beim Basketzertifikat sollte man als Anleger also bestenfalls genau hinsehen, welche Aktien der Emittent ausgewählt hat und selbst ein wenig wirtschaftliche Kompetenz mitbringen. So kann man sich selbst ein Urteil bilden, ob man die vom Emittenten erwartete Wertsteigerung der ausgewählten Aktien ebenfalls für wahrscheinlich hält oder nicht.

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