Mini-Job Urlaubsanspruch

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Mini-Job Urlaubsanspruch

Häufig erhalten geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer in einem Mini-Job keinen bezahlten Urlaub, hauptsächlich aus Unwissenheit sowohl auf Seite der Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer. Fakt ist jedoch, dass Arbeitnehmer in einem 450 Euro Job ebenso Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub haben, wie Vollzeitbeschäftigte.

Grundsatz der Gleichberechtigung

Es gilt der Grundsatz der Gleichberechtigung (§ 4 Teilzeit- und Befristungsgesetz – TzBfG), der besagt, dass Teilzeitbeschäftigte nicht schlechter gestellt sein dürfen als Arbeitnehmer mit einer Vollzeitstelle. Dieser Grundsatz findet auch Anwendung beim Urlaubsanspruch.

Anteilig 24 Werktage Urlaub im Jahr

Der jährliche Anspruch auf Erholungsurlaub ist gesetzlich festgelegt und beträgt mindestens 24 Werktage im Jahr (§ 3 BUrlG), wobei das Bundesurlaubsgesetz hier von einer 6-Tage-Woche (Montag bis Samstag) ausgeht. Je nachdem, wie viele Werktage in der Woche Mini-Jobber arbeiten, ist der Urlaubsanspruch anteilig zu berechnen.

Urlaubstage bei Mini-Job berechnen:

Tatsächliche Wochenarbeitstage x 24 (Urlaubsanspruch) / 6 (Werktage) = individuelle Urlaubstage

Beispiel

Ein Arbeitnehmer in Teilzeit, der drei Tage in der Woche einem Mini-Job nachgeht, hat einen Anspruch auf 12 Tage bezahlten Urlaub im Jahr:

3 x 24 / 6 = 12

Arbeitstage sind maßgeblich

Für die Berechnung der tatsächlichen Urlaubstage sind lediglich die wöchentlichen Arbeitstage maßgeblich, nicht jedoch die Stunden, die Arbeitnehmer an den Tagen leisten.

Höherer Urlaubsanspruch

Haben Arbeitnehmer in Vollzeitstelle in einem Unternehmen einen abweichenden Urlaubsanspruch, etwa 30 Tage im Jahr, so haben Teilzeitbeschäftigte den gleichen Anspruch – Grundsatz der Gleichberechtigung. Am o.g. Beispiel mit drei Arbeitstagen ergibt sich somit ein bezahlter Erholungsurlaub von jährlich 15 Tagen.

3 x 30 / 6 = 15

Externe Quellen und weitere Infos