Was ist die SCHUFA

Welche Aufgaben hat sie?

Die Schufa Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, Eigenschreibung SCHUFA), ein Kreditbüro, welches von der kreditgebenden Wirtschaft getragen wird, ist die größte Wirtschaftsauskunftei der Bundesrepublik Deutschland.

Die Schufa, mit ihrer Hauptverwaltungsstelle in Wiesbaden, wurde im Jahre 1927 in Berlin durch Robert Kauffmann und die Brüder Walter und Kurt Meyer als Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung ins Leben gerufen. 2000 erhielt das Unternehmen seinen heutigen Namen und die aktuelle Rechtsform und zwei Jahre darauf wurden die Anteile von acht regionalen Gesellschaften unter dem Dach der Holding vereint.

Kontakt: SCHUFA Holding AG
Kormoranweg 5
65201 Wiesbaden
Tel.: +49 (0) 611 – 9278-0
Fax: +49 (0) 611 – 9278-109
kontakt[at]schufa.de
www.schufa.de

Was macht die SCHUFA?

Die Aufgabe der Schufa besteht in der Beschaffung, der Speicherung und schließlich der kostenfreien Erteilung von wirtschaftlich relevanten Auskünften über Unternehmen und Privatpersonen an ihre Kooperationspartner, mit dem Ziel, diese vor finanziellen Ausfällen zu schützen. Im Schnitt bearbeitet die Schufa über 90 Millionen Anfragen zur Kreditwürdigkeit pro Jahr und ihr Jahresumsatz beträgt ca. 95 Millionen Euro.

Nach der Aussage des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationssicherheit verfügt die Schufa über mehr als 400 Millionen Daten zu 65 Millionen Menschen. Demzufolge sind alle volljährigen Staatsbürger Deutschlands bei der Schufa registriert.

Den Großteil der personenbezogenen Daten recherchiert die Auskunftei nicht selbst, sondern sie entnimmt sie aus öffentlichen Verzeichnissen, aus amtlichen Bekanntmachungen und sie erhält sie von ihren Vertragspartnern.

 

Anteile und Beteiligungen der Schufa

Anteile:

  • 34,70% – Kreditbanken
  • 26,40% – Sparkassen
  • 17,9% – Privatbanken
  • 7,90% – Genossenschaftsbanken
  • 13,10% – Handelsunternehmen und Sonstige
Beteiligungen:

  • 100,00% – fpn fraud prevention Network GmbH
  • 25,10% – Bad Homburger Inkasso (BHI)
  • 50,00% – CS Connect GmbH & Co. KG
  • 50,00% – CS Connect Verwaltung GmbH

 

Geschäftspartner der Schufa

Die Kooperationspartner der Schufa werden in drei Kategorien eingeteilt, ebenso wie die jeweils gehandelten Daten:

  • A-Vertragspartner: Kreditinstitute, Kreditkartenunternehmen und Leasinggesellschaften
  • A-Daten: Informationen zu negativen sowie zu positiven Schufa-Einträgen
  • B-Vertragspartner: Versicherungen, Unternehmen des Handels, des Versandhandels, des Telekommunikationshandels und sonstige Unternehmen, die Lieferungen und Dienstleistungen auf Kredit gewähren
  • B-Daten: Negativvermerke
  • F-Vertragspartner: Inkassounternehmen
  • F-Daten: Adressen von Personen, die ihre Einwilligung zur Schufa-Klausel gegeben haben

Des Weiteren nutzen die Reemtsma-Zigarettenfabrik, eBay und verschiedene andere Auktionshäuser sowie Freemail-Anbieter das Adult Verification System der Schufa. Im November 2005 hat die Schufa noch ein weiteres Altersverifizierungssystem herausgebracht, welches den Erwerb nicht jugendfreier Produkte für nicht volljährige Personen abwenden soll.

Öffentlich beanstandet wird die Ausweitung des Zuständigkeitsbereiches der Schufa durch Vertragspartnerschaften mit Unternehmen, welchen keinerlei Kreditrisiko entsteht, wie Versicherungen, Inkassounternehmen und allen voran Unternehmen der Wohnwirtschaft. Seit geraumer Zeit kooperiert das Kreditbüro auch mit Handwerksbetrieben.

Datenerfassung der Schufa

Erfasste Daten

      • Name und Vorname
      • Geburtsdatum
      • Geburtsort
      • Geschlecht
      • aktuelle Adresse und frühere Anschriften
      • Girokonten
      • Kredite und Leasingverträge
      • Kreditkarten
      • Telekommunikationsverträge
      • Kundenkonten des Handels, Versandhandels
      • offene Forderungen
      • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung
      • Missbrauch von Konten
      • Eidesstattliche Versicherungen
      • Haftbefehle zur Abgabe der Eidesstattlichen Versicherung
      • Privatinsolvenzen
      • Abweisungen und Einstellungen von Insolvenzverfahren
nicht erfasste Daten:

      • Einkommen
      • Beruf
      • Erwerbsstatus (Angestellte, Selbstständige, Rentner, Empfänger von Arbeitslosengeld oder Hartz IV, von Sozialhilfe oder anderer Sozialleistungen)
      • Vermögensverhältnisse
      • Verbindlichkeiten
      • Depotwerte
      • Familienstand
Bei Daten, die durch die Schufa selbst, etwa aus Schuldnerverzeichnissen, eingeholt werden, ist umstritten, ob sie ohne ausdrückliches Einverständnis der Betreffenden digitalisiert werden dürfen. Der Datenschutz bemängelt in dem Zusammenhang die Eintragung personenbezogener Daten von Gerichten in eine privatrechtliche Datenbank. Die Erlaubnis hierzu wurde aus einem Entwurf der EU-Datenschutzrichtlinie herausgenommen, womit die Speicherung der genannten Daten nicht mehr als legitim gilt.

Datenlöschung der Schufa

Die von der Schufa gespeicherten Daten, müssen nach bestimmten Zeiten gelöscht werden, wobei es je nach der Art der Daten Unterschiede gibt.

Art der Daten Zeitrahmen der Löschung
Eröffnung eines Girokontos und Anfragen zur Kontoeröffnung 12 Monate (Diese Angaben werden bei Nachfragen nur zehn Tage lang bekannt gegeben.)
Girokonten und Kreditkarten sofort nach ihrer Auflösung
Kundenkonten des Handels nach 3 Jahren
Kredite 3 Jahre nach der vollständigen Abzahlung
nicht titulierte Forderungen ein Monat nach der Rückzahlung
nicht titulierte Forderungen bei Minderjährigen sofort nach der Begleichung der Schuld
Bürgschaften sofort nach der Rückerstattung der Forderungen
Daten über nicht rechtzeitig beglichene Forderungen 3 Jahre nach der Abzahlung
Daten aus Schuldverzeichnissen der Amtsgerichte (Eidesstattliche Versicherungen, Haftbefehle zur Erzwingung der Abgabenordnung nach §284, früher Offenbarungseid) 3 Jahre nach Erledigung (Beim durch die Betreffenden erbrachten Nachweis an die Schufa über die Löschung der Vermerke beim Amtsgericht werden die Einträge bei der Datenbank der Auskunftei vorzeitig entfernt.)

Obwohl die Schufa zur fristgemäßen Löschung der Einträge verpflichtet ist, werden Daten nicht selten über die vorgesehene Zeit hinaus gespeichert. Daher ist es ratsam, immer selbst nachzukontrollieren. Gegebenenfalls ist die Schufa anzuschreiben und an die Berichtigung bzw. die Löschung der Einträge zu erinnern. Hierfür sind im Internet auch kostenfreie Musterbriefe erhältlich.

Vorgehensweise bei falschen Schufa-Einträgen

Um dem wirtschaftlichen Ausschluss einschließlich der Rufschädigung vorzubeugen, empfiehlt es sich, regelmäßig die Daten bei der Schufa zu überprüfen. Immerhin gilt das Einholen der Eigenauskunft seit geraumer Zeit nicht mehr als negatives Kriterium, welches sich nachteilig auf die Sore-Werte auswirkt.

Bei der Feststellung eindeutiger Fehleinträge, ist die Schufa schriftlich um eine Berichtigung anzuhalten. Stammt der falsche Eintrag jedoch aus der Meldung eines Unternehmens, muss die Angelegenheit auch mit diesem geklärt werden. Die Schufa nimmt die Daten ausschließlich auf. Eine Überprüfung ihrer Legitimität nimmt sie nicht vor. Die Löschung des zweifelhaften Vermerks kann folglich nur durch das meldende Unternehmen veranlasst werden. In solch einem Fall ist die Sachlage zumeist sehr komplex und bedarf der Hinzuziehung von Anwälten.

Sollte der Schufa-Eintrag der Richtigkeit entsprechen, kann indessen nur eine Schuldnerberatungsstelle (z. B. der AWO, der Caritas oder der Verbraucherzentralen) aufgesucht werden um einen Plan zu entwickeln, der einen möglichst schnellen und effizienten Lösungsweg aufzeigt.

Fehlerhafte Datenspeicherung

Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat 2009 eine Studie zur Datenspeicherung von Auskunfteien bei der GP Forschungsgruppe aus München in Auftrag gegeben. Als Ergebnis der Untersuchung stellte sich eine Fehlerquote von 45% bei der Speicherung personenbezogener Angaben heraus. Sieben Jahre davor hat bereits das Magazin FINANZtest von Stiftung Warentest eine mit 69% weitaus höhere Fehlerquote bei der Registrierung von Verbraucherdaten festgestellt.

Schufa-Einträge

Es wird zwischen negativen und positiven Einträgen der Schufa unterschieden. Negativeinträge ergeben sich immer aus nicht beglichenen Zahlungsaufforderungen, Privatinsolvenzen sowie weiteren nicht vertragsmäßigen Verhaltensweisen und gerichtlichen Maßnahmen zur Vollstreckung. Alle anderen Eintragungen, wie die Namen, Adressen, Verträge mit Unternehmen der Telekommunikation usw., gelten als Positivmerkmale.

Auswirkungen negativer Schufa-Einträge

Ein negativer Schufa-Eintrag deutet stets auf die nicht vorhandene Möglichkeit oder die selbst verschuldete Versäumnis einer Forderung rechtmäßig nachzukommen, ganz gleich auf welche Weise er entstanden ist.

Für die Vertragspartner der Schufa ist ein negativer Eintrag ein Alarmsignal, woraufhin in der Regel jede Vertragsabwicklung mit der betreffenden Person abgewehrt wird, ohne dass nach dem Grund, geschweige denn nach der Rechtfertigung, der negativen Vermerke gefragt wird.

Es spielt keine Rolle, ob es sich um eine Zahlungsunfähigkeit aufgrund finanzieller Engpässe, ein selbst verschuldetes Versäumnis oder eine Zahlungsverweigerung aufgrund nicht erhaltener oder mangelhafter Leistungen handelt. Zumeist werden die Betreffenden sofort als Kriminelle angesehen und sie unweigerlich zu Menschen zweiter Klasse degradiert. Es ist Kunden mit einer negativen Schufa kaum bis gar nicht möglich, Verträge, seien es nun Baufinanzierungen, Kredit-, Handy-, Internet-, Leasing- oder gar Mietverträge abzuschließen. Auch größere Einkäufe können nicht mehr in Raten abgezahlt werden und Handwerksbetriebe können nicht mehr mit notwendigen Instandsetzungen beauftragt werden. Kurz gesagt, verhindert ein negativer Schufa-Eintrag die Teilnahme am alltäglichen Wirtschaftsleben und drängt Betroffene ins materielle und schließlich ins soziale Abseits.

Umso ärgerliches ist es, sollten die Eintragungen nicht gerechtfertigt sein, z. B. wenn sie aufgrund einer Erpressung der Vertragsunternehmen der Schufa erfolgt sind. In vielen Fällen haben Unternehmen, vornehmlich Firmen der Telekommunikationsbranche, ihre Kunden mit einer Meldung bei der Schufa erpresst und nicht selten die Drohung umgesetzt, als diese wegen fehlerhaften oder ausbleibenden Leistungen die Zahlungen einstellten oder gar den Vertrag außerordentlich kündigten. Diese Praxis ist rechtswidrig, da bei Widerspruchsverfahren gegen offene Forderungen keine Meldung bei der Schufa eingehen darf. Betroffene konnten die falschen Einträge nur mittels rechtlicher Hilfe und langwieriger Verfahren löschen lassen. Oftmals ist der Ruf durch solche und ähnliche Vorfälle dauerhaft geschädigt. Strafanzeigen wegen Verleumdung gegen die entsprechenden Unternehmen haben so gut wie keine Aussicht auf Erfolg, da die Staatsanwaltschaften die einzelnen Mitarbeiter, die für den Schaden zuständig sein sollen, nicht zu ermitteln vermögen. Trotz derartiger Vorkommnisse und wiederholter Aufforderungen, führt die Schufa bei den meldenden Unternehmen immer noch kein Qualitätsmanagement durch.

Entsprechen die Einträge hingegen der Richtigkeit und sind aufgrund materieller Not zustande gekommen, so versperren sie vehement jeglichen Ausweg aus der Schuldenfalle. Betroffene können, wenn überhaupt, nur überteuerte Verträge zu äußerst nachhaltigen Konditionen abschließen. Alle in der modernen Welt als selbstverständlich angesehenen Lebensbereiche sind durch negative Einträge in der Schufa-Akte mit erheblichen Komplikationen sowie Mehrkosten verbunden und in den meisten Fällen erst gar nicht zugänglich. Die Option einer Umschuldung wird dadurch ohnehin im Keim erstickt. Es handelt sich also nicht, wie die Auskunftei oft betont, um einen Service für Verbraucher, der sie vor Überschuldung bewahrt, sondern lediglich um einen Schutz ihrer Vertragspartner, d. h. von Großunternehmen, wobei es nebensächlich ist, ob die betroffenen Konsumenten durch den Ausschluss aus allen wirtschaftlichen Belangen weiter in den Ruin getrieben werden.

Positive Einträge bei der Schufa

Positive Schufa-Einträge haben nicht annähernd solch nachteiligen Auswirkungen wie Negativmerkmale. Dennoch ist die Annahme, sie seien völlig neutral in Bezug auf den Erhalt sowie die Qualität von Produkten der Partnerfirmen der Wirtschaftsauskunftei zu optimistisch. Anhand der harmlos anmutenden Datenspeicherung werden nämlich die Schufa-Scores erstellt, die durchaus einen Einfluss auf den Kundenstatus haben.

SCHUFA-Socre – Scoring-Verfahren

Das Scoring dient den Kooperationspartnern der Schufa zur Abwägung der Bonität ihrer Kunden. Liegt bereits ein Negativeintrag vor, werden erst gar keine Scorewerte ermittelt. Der negative Schufa-Eintrag wird als weitaus schlimmer angesehen, als der niedrigste Scorewert.

Basisscore und Branchenscore

Die Scorewerte werden in den Basisscore, welcher in Prozent in der Selbstauskunft angezeigt wird und nicht tagesaktuell ist, und den stets aktuellen Branchenscore, der im Jahre 1997 eingeführt und 2001 überarbeitet wurde, eingeteilt. Letzterer gliedert sich nochmals in sieben Score-Arten, die den Branchen zuzuordnen sind, welchen die Geschäftspartner der Schufa angehören:

  • Versandhandel
  • Handel
  • Telekommunikation
  • Banken
  • Genossenschaftsbanken und Sparkassen
  • Hypothekenbank
  • Schufa-Business-Line

Für die aufgeführten Branchen wird jeweils ein eigener Score-Wert berechnet, der Aufschluss über die Kreditwürdigkeit der geprüften Personen speziell in dem jeweiligen Bereich geben soll. So wird beispielsweise für ein Kreditinstitut ein anderer Branchenscore erstellt als für einen Internetanbieter.

Die Generierung des Schufa-Scorings

Die genaue Erstellung der Score-Werte wird von der Auskunftei nicht preisgegeben. Bekannt ist ausschließlich, dass bei dem Verfahren eine Wahrscheinlichkeitsrechnung angewandt wird, bei welcher die zu bewertenden Personen einer Vergleichsgruppe zugeordnet werden, deren Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmotivation mittels einer statistischen Berechnung ausgewertet werden. Als Grundlage hierfür dienen die registrierten Positivmerkmale. Auf diese Weise werden Werte von 1=höchstes bis 1000=geringstes Ausfallrisiko generiert. Das Ergebnis entscheidet in der Praxis, ob eine Person die gewünschte Wohnung, den Wagen der Wahl, einen DSL-Vertrag oder einen Kredit erhält und zu welchen Konditionen die jeweiligen Produkte erworben werden können.

Name und Wohngegend haben Auswirkungen auf den Schufa-Score

Diese Vorgehensweise erntet in der Öffentlichkeit zunehmend negative Kritik. Allein die Bezugnahme auf eine Vergleichsgruppe soll keinerlei adäquate Aussagen über die Zahlungsfähigkeit sowie das -verhalten von Einzelpersonen zulassen. Weiterhin soll es unzulässig sein, aus belanglosen Angaben, wie Namen (Herkunft des Namens), Adressen (angesehenes Viertel oder Stadtteil mit schlechtem Ruf) und Anzahl der Girokonten, der Handyverträge oder der Rateneinkäufe, Schlüsse über die Kreditwürdigkeit von Menschen abzuleiten.

Vermögensbestände und Einkünfte werden beim Schufa-Scoring nicht mitberücksichtigt, wobei diese Informationen gegebenenfalls eine positive Wirkung auf den Score-Wert haben könnten. Sollten Kunden Produkte, Verträge oder Dienstleistungen aufgrund eines niedrigen Score-Werts verweigert werden, rät die Verbraucherzentrale Bremen, konkret darauf hinzuweisen, dass das Scoring-Verfahren nicht in der Lage sei, etwas über die persönliche Bonität auszusagen.

Verschlechterung des Schufa-Scores durch Einholen von Kredit-Angeboten

Ein wesentlicher Kritikpunkt an der Vorgehensweise der Schufa ist nach wie vor die negative Wirkung auf den Score-Wert durch das Einholen von Angeboten zu Krediten bei verschiedenen Banken. Dadurch wird jegliche Produkttransparenz unterbunden. Nur wenn die Banken bei ihrer Mitteilung an die Wirtschaftsauskunftei den Vermerk „Anfrage Kreditkonditionen“ angeben, bleibt das Schufa-Scoring unbelastet. Eine Untersuchung der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest hat zahlreiche Fehlangaben der Institute bei der Schufa ans Tageslicht gebracht, die heimlich vorgenommen wurden. Für die Bankkunden haben diese eine unmittelbare Verschlechterung der Kreditkonditionen zur Folge, denn je geringer die Bonität, desto höher ist die Verzinsung und desto unvorteilhafter die Vertragsbedingungen. Deshalb ist es ratsam, bei der Erkundigung nach Krediten, die Bankberater darauf hinzuweisen, ausschließlich „Anfrage Kreditkonditionen“ zu notieren. Ob sie dem Anliegen nachgekommen sind, kann im Anschluss über die Schufa-Selbstauskunft überprüft werden.

Schufa-Klausel

Banken, Versicherungen und Handy-Provider, die neue Verträge schließen, haben in ihren Formularen vielfach die Schufa-Klausel integriert. Sie ermöglicht den Instituten, die oben genannten Daten der Schufa sowie den Schufa-Score abzurufen und hiermit die Bonität des Antragstellers zu prüfen. Ohne die Unterschrift der Schufa-Klausel haben die Institute kein Recht, die in der Schufa gespeicherten Daten abzurufen und für ihre Kredit- oder Bonitätsprüfung zu nutzen. Da die Schufa-Auskunft jedoch eine wichtige Grundlage zur Bonitätsprüfung darstellt, kann ohne diese Informationen keine ausreichende Prüfung erfolgen. Kunden, die der Schufa-Klausel also nicht zustimmen, können die gewünschten Produkte in aller Regel nicht nutzen.

Bei welchen Bankprodukten die Schufa-Klausel notwendig ist

Die Schufa-Klausel wird bei allen Bankprodukten gefordert, bei denen eine Bonitätsprüfung notwendig ist. Dies ist zum einen bei der Eröffnung von Girokonten wie auch bei der Beantragung von Krediten und Kreditkarten der Fall. Auch bei Handy-Verträgen ist es nötig, die Schufa-Klausel zu unterschreiben, denn auch hier kann der Abschluss nur dann erfolgen, wenn der Antragsteller eine einwandfreie Bonität nachweisen kann.

Welche Auswirkungen die Abfrage der Schufa-Daten haben kann

Sofern in der Schufa keine Negativeinträge wie gekündigte Konten oder Kredite vorhanden sind, hat die Abfrage der Schufa-Daten in aller Regel keine negativen Folgen. Die Banken prüfen hiermit lediglich die Höhe der bereits vorhandenen Kredite und können so mitunter auch helfen, eine Überschuldung zu vermeiden.

Wenn allerdings negative Einträge vorhanden sind, kann dies durchaus Auswirkungen auf die Eröffnung von Konten oder die Nutzung weiterer Kredite haben. Die Banken können in diesen Fällen nämlich die Eröffnung weiterer Bankprodukte aus Gründen der Bonität ablehnen.

Worauf bei der Schufa-Klausel zu achten ist

Durch das Internet haben Bankkunden heute die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren und immer das beste Angebot zu wählen. Zu beachten ist jedoch, dass etwa bei der Anfrage einer Kontoeröffnung oder der Anfrage eines Kredites ein Schufa-Eintrag erstellt werden kann. Fragen Kreditsuchende nun bei vielen Banken an, kann dies den Schufa-Score und damit die eigene Bonität verschlechtern, denn es ist davon auszugehen, dass die Kredite bei einigen Banken nicht genehmigt werden konnten.

Um diese negativen Folgen zu vermeiden, sollten Kunden darauf bestehen, dass die Anfrage der Banken lediglich als „Anfrage Kondition“ und nicht als „Anfrage Kredit“ gesendet wird. So wird schnell ersichtlich, dass der Kunde lediglich auf der Suche nach guten Konditionen ist, was den Schufa-Score nicht verschlechtert.

Mit der kostenlosen Schufa-Selbstauskunft können Verbraucher die zu ihrer Person gespeicherten Daten regelmäßig überprüfen.

Schufa im Kontext mit Insolvenzen

Privatinsolvenzen haben unvermeidlich einen negativen Eintrag bei der Schufa zur Folge. Nach der sechs-jährigen Phase des sogenannten „Wohlverhaltens“, innerhalb welcher sich die Betreffenden nichts zu Schulden kommen lassen dürfen, bedarf es drei weiterer Jahre, bevor der Eintrag entfernt wird. Da ein Insolvenzverfahren sehr aufwendig ist, dauert seine Überprüfung mindestens ein Jahr. Folglich sind ganze zehn Jahre erforderlich, bevor die Betreffenden wieder eine „reine Weste“ haben. Wird der Antrag zur Verbraucherinsolvenz abgelehnt, erfolgt die Entnahme des negativen Vermerks erst nach fünf Jahren.

Bei Unternehmensinsolvenzen haften stattdessen die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen sondern nur mit den Einlagen. Daher wirkt sich der Sachverhalt, ganz unabhängig von den verheerenden Folgen für die entsprechenden Betriebe, auf ihre persönliche Bonität als natürliche Person nicht negativ aus.

Schufa-Freiheit im Ausland

Die Schufa ist eine deutsche Auskunftei, deren Wirkungsbereich bislang die Landesgrenzen des Bundesgebietes noch nicht überschritten hat. Folglich werden Personen mit niedrigen Score-Werten und sogar mit Negativeinträgen im Ausland nicht wie Menschen „zweiter Klasse“ behandelt und der Zugang zu allen Wirtschaftsgütern ist ihnen auch nicht versperrt. Im Ausland können problemlos Immobilien gemietet oder erworben werden, Pkw auf Raten gekauft, Leasing-, Handy- und Internetverträge abgeschlossen sowie Kredite aufgenommen werden. Bei sehr schlechter Bonität oder gar einer Verbraucherinsolvenz liegt ein Auslandsaufenthalt, oder zumindest das Zurückgreifen auf ausländische Produkte zur Rehabilitation der eigenen Wirtschaftsverhältnisse nahe.